Displays mit integrierten Solarzellen

05.05.2007

Die Akku-Laufzeiten von Handys, MP3-Playern & Co könnten sich schon bald drastisch erhöhen. Denn in Zukunft sollen die Displays ihren Strombedarf durch integrierte Solarzellen selbst decken. Motorola und Nokia haben erste Patente für diese Technologie angemeldet.

Mit der Zunahme an Funktionen - wie Videokamera, Musikplayer oder GPS-Funktionalität - steigt auch der Energiebedarf von Mobiltelefonen. Die derzeitigen Lithium-Ionen-Akkus können mit dem Stromhunger moderner Handys immer schwerer mithalten.

Um eine längere Akku-Laufzeit ohne Zunahme von Größe oder Gewicht zu ermöglichen, setzen Handyhersteller nun auf die Sonnenenergie.

Damit bekommt der oftmals belächelte Gürtelclip für Handys eine praktische Bedeutung. Denn in Zukunft könnte es heißen: Mobiltelefone raus aus der Hand- oder Hosentasche und ab in die Sonne.

Solarzellen-Badeanzug

Auch der Unterwäscheproduzent Triumph hat sich dem Thema Sonnenenergie gewidmet. Mit einem kürzlich präsentierten Solarzellen-Badeanzug sollen Sonnenhungrige unterwegs ihr Mobiltelefon und den Musikplayer aufladen können.

Solarzellen auf der LCD-Rückseite

Der US-Handyhersteller Motorola hat zu diesem Zweck ein Flüssigkristalldisplay mit eingebauten Solarzellen patentiert. Die Solarzellen sind dabei an der Displayrückseite angebracht.

"Bisher waren LC-Displays dieser Art nicht erfolgreich, da das Display den Großteil des einfallenden Lichts absorbiert, bevor es die Solarzellen erreicht", erklärt Motorola-Ingenieur Zili Li.

Motorola versucht nun, mittels eines speziellen Farbfilters aus einem Polymerfilm, der nur schmalbandiges rotes, grünes und blaues Licht reflektiert, dieses Problem zu überwinden.

Dabei wird genug Licht reflektiert, um ein Bild mit ausreichend Farbsättigung zu erzeugen und gleichzeitig erreicht das Licht mit den verbliebenen Wellenlängen das Solarpanel und erzeugt genügend Energie, um das Display zu betreiben. Wann die Technologie auf den Markt kommen wird, kann Motorola noch nicht beziffern.

Drahtloses Aufladen

Auch der Kabelsalat beim Aufladen elektronischer Geräte könnte schon bald der Vergangenheit angehören. Mit Hilfe elektromagnetischer Wellen sollen elektronische Geräte künftig drahtlos mit Energie versorgt werden.

Elektronische Solar-Werbetafeln

Neben der Selbstversorgung Strom fressender funktionsbepackter Unterhaltungselektronik sollen auch elektronische Sonnenenergie-Werbetafeln auf der Grundlage neuer Solartechnologie möglich werden.

Nokia hat bereits ein erstes funktionierendes solarbetriebenes Monochrom-Display mit 200 Pixeln gebaut. Als Schlüsselelement kommen dabei Nanopartikel aus Titanoxid zum Einsatz, um das Bild zu erzeugen und Energie aus dem Licht zu gewinnen.

Auflösung variabel

Die einzelnen Bildzellen sind mit den Nanopartikeln bestückt. Diese können mit der Spannung ihren Farbzustand von farblos zu schwarz ändern. Im farblosen Zustand wird Spannung durch den Aufprall von Licht erzeugt und in den Akku geladen, im schwarzen Zustand wird umgekehrt Energie in die Partikel geleitet.

Die Technologie erlaubt laut Nokia verschiedenste Auflösungen, von ultrafein für kleine Displays bis grobpixelig für große Werbtafeln.

(New Scientist)