Hotelbetreiber drängen ins All
Was derzeit noch wie Science-Fiction klingt, soll schon bald Realität werden: ein Urlaub im All. Einige private Unternehmer arbeiten daran, den Traum vom Hotel im Weltraum - zumindest für Touristen mit dem nötigen Kleingeld - wahr zu machen.
Schon 2012 wollen die optimistischen Betreiber von "Galactic Suite" ihre Räumlichkeiten in einer Höhe von 450 Kilometern eröffnen.
Ein dreitägiger Aufenthalt soll vier Millionen US-Dollar kosten, dafür können die Reisenden von ihrer Suite aber auch 15-mal am Tag einen Sonnenaufgang sehen. Die Erde wird dabei in 80 Minuten einmal umkreist.
Klettverschluss-Spider-Man
Die insgesamt fünf verfügbaren kapselförmigen Hotelzimmer messen sieben mal vier Meter und bieten mit einem Schlaf-, einem Wohnraum und einem Bad zwei Personen Platz.
Generell soll das Erlebnis Schwerelosigkeit im Mittelpunkt der Reise stehen. Um sich im Zimmer aber doch einmal gezielt fortzubewegen, sind Klettverschluss-Anzüge und Klettverschluss-Wände geplant, an denen man entlangkriechen kann.
James-Bond-Spielen in der Karibik
Im Kaufpreis von vier Millionen Dollar enthalten ist laut Galactic Suite nicht nur der All-Ausflug, sondern auch eine Intensivvorbereitung.
Das acht Wochen dauernde Trainingscamp in James-Bond-Manier soll auf einer nicht näher genannten tropischen Insel stattfinden, die auch als Weltraumflughafen fungieren soll.
Zwischenstopp auf dem Weg zum Mars
Der Bau und Alltransport des Hotelkomplexes ist mit drei Milliarden US-Dollar veranschlagt. Die Kosten sollen dabei von privaten Geldgebern aus Japan, den USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten getragen werden. Auch die US-Firma 4Frontiers Corporation, die sich die Besiedlung des Mars zum Ziel gesetzt hat, beteiligt sich an dem Projekt.
Kabine voller Wassertropfen
Hinter "Galactic Suite" steht der Architekt und ehemalige Weltraumingenieur Xavier Claramunt aus Barcelona. "Die größte Herausforderung stellen die Badezimmer dar." Geduscht werden soll nach Claramunts Vorstellungen in Kabinen, in denen Wassertropfen umherschweben.
Claramunt hofft auf zahlungskräftige Kundschaft: "Wir haben ausgerechnet, dass sich weltweit 40.000 Menschen unser Hotel leisten könnten. Inwieweit diese ihr Geld für einen Weltraumurlaub ausgeben wollen, wissen wir freilich nicht."
Bei Erfolg plant Claramunt die Errichtung einer ganzen Hotelkette im Orbit.
Konkurrenz: Virgin Galactic und Blue Origin
Schon seit einiger Zeit wird allerseits rege an kommerziellen Weltraumflügen gearbeitet. Auch Unternehmer wie Virgin-CEO Richard Branson [Virgin Galactic] und Amazon-Gründer Jeff Bezos [Blue Origin] mischen dabei in der ersten Reihe mit.
Sie bauen an Raumschiffen, um die ersten Touristenflüge in die Schwerelosigkeit anbieten zu können.
Bigelow: Erste Testzimmer bereits im All
Ein anderes Unternehmen ist schon einen Schritt weiter. Bigelow Aerospace hat bereits zwei Modelle seines Raumstationsmoduls mit entfaltbarer Außenhaut "Genesis" durch russische Raketen ins All transportieren lassen und testet derzeit die "Alltagstauglichkeit."
Erklärtes Ziel ist auch hier eine kommerzielle Raumstation im All.
Eigenes Foto im All
Der US-Unternehmer Bigelow bietet zahlungskräftigen Kunden auch die Möglichkeit, private Gegenstände ins All fliegen zu lassen. Via Spacecams an Bord von "Genesis II" können Kunden ihre Habseligkeiten beim Treiben durch den Weltraum zusehen.
Für 20 Mio. USD schon jetzt zur ISS
Die Weltraumreiseagentur Space Adventures vermittelt schon jetzt Ausflüge zur Internationalen Raumstation [ISS].
Fünf Weltraumpioniere absolvierten bereits einen Flug in einer russischen "Sojus"-Kapsel. Sie sollen sich das Allabenteuer etwa 20 Millionen Dollar kosten lassen haben.
(Reuters)
