16.02.2004

RFC 3675

Widerstand gegen .SEX-Domain

Die seit 1998 periodisch wiederkehrenden Forderungen nach einer weltweit gültigen Toplevel-Domain für Porno-Angebote haben einen herben Rückschlag erlebt.

Ein von der "Network Working Group" der "Internet Engineering Task Force" veröffentlichtes Memorandum spricht sich vor allem aus technischen Gründen gegen die Einführung aus.

Die vor allem von US-Konservativen geforderte Einführung einer solchen Toplevel-Domain wird im ["Request for Comments" RFC 3675] als sowohl legal wie technisch "schlecht durchdacht" bezeichnet.

Letzlioch entscheidet immer noch die US-Regierung und nicht die [privat organisierte] Domainverwaltungsstelle ICANN, ob eine neue Toplevel-Domain zugelassen wird.

Nivelliert nach unten

Hintergrund sind Bestrebungen, die Porno-Industrie von "normalen" Domains weltweit auf eine einzige Toplevel-Domain wie .SEX abzudrängen.

Bürgerrechtsorganisation wie die American Civil Liberties Union [ACLU] und andere hatten gewarnt, dass alleine durch die völlig unterschiedlichen Moralvorstellungen und die daraus resultierende Diskrepanz der Einstufung von Websites als "pornographisch" eine unlösbare Situation entstehe.

Mit Ländern wie Holland, den USA bzw. China oder Saudi-Arabien einen gemeinsamen Standard zu finden, was etwa "Pornographie" sei und was nicht sei nicht vorstellbar, hiess es seitens der ACLU. Die Bürgerrechtler befürchten vor allem, dass durch die Frage "Pornographie" oder nicht, die Meinungsfreiheit für alle nach unten nivelliert werde.

Der letzte Vorstoss war von US-Senator Joseph Liebermann gekommen, der auch im Präsentschafts-Wahlkampf durch eher skurrile Stellungnahmen zum Internet aufgefallen war.

"Adult Webmasters School"

Der durchschnittliche Erotik-Konsument besucht 121 Websites, kehrt sechs Mal zurück und verbringt eine Stunde und sieben Minuten pro Monat mit dem Ansehen von Pornos.

Das Online-Sex-Business ist so ziemlich die einzige E-Kommerz-Branche, die von Beginn an Gewinne realisieren konnte. Konsequenterweise wird jetzt eine Ausbildung in diesem Geschäft angeboten.

Die Traininingsschule Adult Webmasters School [AWS] in Berkeley lehrt ihre Schützlinge den richtigen Einstieg ins Online-Pornogeschäft.