13.12.2003

SEX SELLS

Geschäft mit der Online-Erotik boomt

Schon lange sind die Zeiten vorbei, in denen Erotik-Inhalte vor allem in schmuddeligen Kinos oder Sex-Shops konsumiert wurden.

Seit Beginn des Internet-Zeitalters benötigt man nur noch einen Computer mit Netzzugang und die "XXX"-Welt steht einem anonym offen.

Und die Online-Erotikbranche boomt nach wie vor. Einer N2H2-Studie zufolge ist die Zahl pornografischer Internetseiten in den letzten sechs Jahren um 1.800 Prozent auf 260 Mio. Einzelseiten auf 1,3 Millionen Websites explodiert.

Neben der wahren Flut an Sexseiten buhlen zudem unzählige Spam-Mails mit Erwachsenen-Inhalten um die Aufmerksamkeit der User.

Eine Stunde und sieben Minuten

"Es ist ein riesiges Geschäft, in dem jede Menge Geld gemacht wird," so Sean Kaldor, Analyst bei Nielsen/NetRatings.

Angeblich setzt die Branche allein in den USA rund eine Mrd. USD um. Das amerikanische National Research Council schätzt, dass diese Zahl in den nächsten vier Jahren auf fünf bis sieben Mrd. USD wachsen wird.

Allein im August 2003 wurden geschätzte 24 Mio. Mal Porno-Sites besucht.

Der durchschnittliche Erotik-Konsument "besucht 121 Websites, kehrt sechs Mal zurück und verbringt eine Stunde und sieben Minuten pro Monat mit dem Ansehen von Sex-Inhalten", erklärt Kaldor.

Ausgereifte Business-Modelle

Das Online-Sex-Business ist so ziemlich die einzige E-Kommerz-Branche, die von Beginn an Gewinne realisieren konnte.

Tausende Arbeitsplätze und Millionen an Einnahmen für Seitenbetreiber, Hoster und Hardwarefirmen werden generiert.

Inzwischen ist laut Kaldor eine gewisse Reife bei den Business-Modellen erreicht. Üblich sind etwa Passwort-Services, die gegen eine jährliche Gebühr den Zutritt zu hunderten kleineren Seiten gewähren. Der Gewinn wird dabei zwischen allen Teilnehmern aufgeteilt.

Oder große Firmen stellen kleineren Partnersites kostenloses Porno-Material zur Verfügung, wenn diese dafür die Besucher auf die großen Websites schleusen. Von den so verkauften Abos geht dann ein kleiner Prozentsatz an die kleinen Partner.

Besonders ärgerlich für Computernutzer ist das Kassieren von geringen Gebühren bei der bloßen Weiterleitung der Nutzer auf andere Porno-Seiten. Dies endet oft in einer wahren Pop-up-Flut, die nur mit Schließen des Brwosers wieder in den Griff zu bekommen ist.

Ein weiterer Trend ist die Bedienung von Nischenpublikum. "Es gibt für jeden Kick eine Website," so Scott Fayner, der für LukeFord.com, einer News- und Gossip-Site der Erotikbranche, schreibt.