14.02.2004

OHNE SPEICHER

Funketiketten aus dem Tintenstrahler

Das israelische Start-up CrossID hat eine neues RFID-System [Radio Frequency Identification] entwickelt, das ohne Chips auskommt. Dies berichtet das "RFID Journal".

Es soll in erster Linie zur Sicherung von Papierdokumenten, wie etwa vertraulichen Finanzberichten oder auch Geldnoten dienen.

"Bisher war es eigentlich unmöglich, Papierdokumente zu schützen," so Moshe Glickstein, einer der Gründer von CrossID. "Wir haben nun die erste Firewall für Papier geschaffen."

Doch auch als Strichcode-Nachfolger könnten die aufgedruckten Funketiketten eingesetzt werden. Waren könnten so berührungslos und dadurch schneller als bisher an der Kasse ausgelesen werden.

70-stellige Binärzahl

Das Sytem nutzt nanometrische Materialien - kleine Partikel von Chemikalien mit unterschiedlich hohen magnetischen Eigenschaften - die in Schwingung kommen, wenn sie von einem Lesegerät mit elektromagnetischen Wellen bombardiert werden.

Jede Chemikalie sendet dabei seine eigene Hochfrequenz, die vom Lesegerät empfangen werden.

Der spezifische Mix der Frequenzen aller benutzten Chemikalien wird dann als binäre Zahl interpretiert.

Da bis zu 70 verschiedene Chemikalien verwendet werden, ergibt dies eine 70-stellige Binärzahl.

Die Funkaufdrucke dienen dabei nur der Identifikation eines Gegenstandes, das Speichern von Zusatzinformationen ist nicht möglich.

Auch unsichtbarer Aufdruck möglich

Die kleinen chemischen Teilchen könnten gleich in das Papier integriert oder aber aufgedruckt werden. Würden etwa Kopierer mit entsprechenden Empfängern ausgestattet, wäre ein unerlaubtes Kopieren vertraulicher Schriftstücke nicht mehr möglich.

An den Ein- und Ausgängen eines Firmengebäudes angebrachte Lesegeräte könnten Alarm schlagen, sobald jemand versucht Dokumente aus dem Gebäude zu schmuggeln.

Der große Vorteil bei dem System sei, dass sich der RFID-Tag auf so gut wie alles drucken lasse.

"Sogar ein unsichtbarer Aufdruck ist möglich," so Glickstein weiter. So ließen sich etwa Originalwaren von Raubkopien leicht unterscheiden.