Funketiketten aus dem Tintenstrahler
Das israelische Start-up CrossID hat eine neues RFID-System [Radio Frequency Identification] entwickelt, das ohne Chips auskommt. Dies berichtet das "RFID Journal".
Es soll in erster Linie zur Sicherung von Papierdokumenten, wie etwa vertraulichen Finanzberichten oder auch Geldnoten dienen.
"Bisher war es eigentlich unmöglich, Papierdokumente zu schützen," so Moshe Glickstein, einer der Gründer von CrossID. "Wir haben nun die erste Firewall für Papier geschaffen."
Doch auch als Strichcode-Nachfolger könnten die aufgedruckten Funketiketten eingesetzt werden. Waren könnten so berührungslos und dadurch schneller als bisher an der Kasse ausgelesen werden.
Wasser und Metall stören Funkchips
Doch nicht in jeder Umgebung ist der Einsatz von gedruckten, wie
auch herkömmlichen Funkchips möglich. Metallische Objekte
reflektieren und Wasser absorbiert die Signale.
Wieder Panne bei Funkchip-Lobby70-stellige Binärzahl
Das Sytem nutzt nanometrische Materialien - kleine Partikel von Chemikalien mit unterschiedlich hohen magnetischen Eigenschaften - die in Schwingung kommen, wenn sie von einem Lesegerät mit elektromagnetischen Wellen bombardiert werden.
Jede Chemikalie sendet dabei seine eigene Hochfrequenz, die vom Lesegerät empfangen werden.
Der spezifische Mix der Frequenzen aller benutzten Chemikalien wird dann als binäre Zahl interpretiert.
Da bis zu 70 verschiedene Chemikalien verwendet werden, ergibt dies eine 70-stellige Binärzahl.
Die Funkaufdrucke dienen dabei nur der Identifikation eines Gegenstandes, das Speichern von Zusatzinformationen ist nicht möglich.
Reichweite von drei Metern
Die Reichweite der gedruckten Funketiketten ist mit drei Metern
angegeben. Wie sich die Funkaufdrucke wieder deaktivieren lassen,
wird vom Unternehmen nicht angegeben.
CrossID FAQAuch unsichtbarer Aufdruck möglich
Die kleinen chemischen Teilchen könnten gleich in das Papier integriert oder aber aufgedruckt werden. Würden etwa Kopierer mit entsprechenden Empfängern ausgestattet, wäre ein unerlaubtes Kopieren vertraulicher Schriftstücke nicht mehr möglich.
An den Ein- und Ausgängen eines Firmengebäudes angebrachte Lesegeräte könnten Alarm schlagen, sobald jemand versucht Dokumente aus dem Gebäude zu schmuggeln.
Der große Vorteil bei dem System sei, dass sich der RFID-Tag auf so gut wie alles drucken lasse.
"Sogar ein unsichtbarer Aufdruck ist möglich," so Glickstein weiter. So ließen sich etwa Originalwaren von Raubkopien leicht unterscheiden.
Ein US-Cent pro Funketikett
Bis zum Ende des Jahres sollen die Produkte von CrossID bereit
für den kommerziellen Einsatz sein. Ein Funkaufdruck soll etwa einen
US-Cent kosten.
CrossID
