15.01.2004

INTERNES MAIL

Wieder Panne bei Funkchip-Lobby

Große Handelketten und Verbände arbeiten gemeinsam mit der IT-Industrie schon lange an der Einführung von Funkchips. Die "intelligenten Etiketten" sollen nach Meinung der Industrie bald in alle Dinge des Alltags integriert werden, von der Mineralwasserflasche bis zu Kleidung und Dokumenten.

Konsumentenschützer kritisieren das, da damit eine noch nie da gewesene Anzahl an Informationen über die Besitztümer und physischen Bewegungen der Konsumenten gesammelt werden könnte.

Dass der Funkchip-Lobby zur schnelleren Einführung der RFID-Technologie [Radio Frequency Identification] allerhand Mittel recht sind, beweist nun abermals eine E-Mail-Panne. Das berichetet silicon.com.

"Suchen schmutzige Details"

Ein Mitarbeiter der Presseabteilung des Handelsverbandes "Grocery Manufacturers of America" [GMA] wandte sich in einer E-Mail an Katherine Albrecht, Gründerin der Konsumentenschutzorganisation CASPIAN [Consumers against Supermarket Privacy Invasion and Numbering].

In der Mail forderte der Handelsvertreter die Privacy-Aktivistin auf, ihm einen Lebenslauf zukommen zu lassen.

Als Albrecht verwundert zurückschrieb, wozu diese Informationen benötigt würden, erhielt sie ein Antwort-Mail, das offensichtlich nicht an sie, sondern einen weiteren GMA-Mitarbeiter gerichtet war. Mit dem Text:

"Ich weiss nicht, was ich dieser Frau sagen soll! Etwa: 'Nun wir suchen gerade nach schmutzigen Details in ihrer Vergangeneheit, die wir gegen sie verwenden können'".