Weitere Anwärter für Disney-Übernahme
In dem Übernahmeangriff des US- Kabelnetzbetreibers Comcast auf den Disney-Konzern richtet sich die Aufmerksamkeit nun auch auf den Softwarehersteller Microsoft.
Laut "Wall Street Journal" [WSJ] könnten aber auch Barry Dillers Interactive Corp., Viacom, und Time Warner als weitere Interessenten gelten. Zuletzt wurde auch darüber spekuliert, dass Pixar, deren Vertriebs-Vertrag mit Disney demnächst ausläuft, an einer Übernahme interessiert sein könnte.
Microsoft hat sich zum Übernahmeangebot bisher nicht offiziell geäußert. Falls Comcast das Angebot für Disney, wie von Beobachtern erwartet, aufstocken müsse, gebe es dafür aber keine bessere Quelle als die gut gefüllte Firmenkasse von Microsoft, argumentiert die "New York Times".
Microsoft ist mit 7,4 Prozent an Comcast beteiligt und hatte das Unternehmen bei früheren Geschäften unterstützt, unter anderem bei der Übernahme der AT&T-Kabelnetze.
Comcast bietet 0,78 eigene Anteile pro Disney-Aktie, was zum Zeitpunkt des Angebots einem Gesamtwert der Transaktion, inklusive Schulden, von 66 Milliarden USD entsprach.
US-Medienbranche vor UmbruchWas dagegen sprechen könnte
Bei Interactive könnte laut WSJ auch Liberty Media bei einem Angebot mitmachen. Beide zusammen hätten ebenso wie Microsoft das nötige Kleingeld.
Vicaom dagegen könnte kartellrechtliche Probleme bekommen, da der Fernsehsender CBS bereits Teil des Unternehmens ist und dessen Konkurrent zu Disney. Viacom sei aber ohnedies nur am Sportkanal ESPN interessiert und würde daher kein Komplettangebot machen.
Time Warner sitzt laut WSJ noch die schlechte Erfahrung mit AOL in den Knochen, zudem hindere der hohe Schuldenberg das Unternehmen ein Gebot abzugeben.
Analysten bezweifelten dagegen, dass Microsoft sich zu Gunsten von Disney einschalten und ein freundliches Übernahmeangebot für den Medienkonzern machen würde.
Ein ähnliches Szenario wäre auch, Disney massiv Bargeld zukommen zulassen, damit das Unternehmen die Aktionäre mit Hilfe einer Sonderdividende von der Annahme des Comcast-Angebots abhalten kann.
Als Gegenleistung könnte Microsoft dann von Disney einen exklusiven Vertrag zur Belieferung mit Software erhalten. Microsoft schloss mit Disney gerade erst eine Kooperation. Dabei geht es ums die sichere Übertragung von Disney- Filmen und Fernsehprogrammen auf digitale Geräte.
MS und Disney arbeiten an Kopierschutz
