Microsoft will "ran an den Kunden"
"Wir wollen das freundlichste Unternehmen Österreichs sein und näher ran zum Kunden", so der neue Microsoft-Österreich-Chef Herbert Schweiger.
Wichtig sei eine umfassende Kundenberatung auch für den Privatanwender, wobei Microsoft Österreich hier konzernweit eine Vorreiterrolle einnehme.
So habe man neben einer Gratis-Hotline für allgemeine Anfragen auch eine Mehrwertnummer eingerichtet, die von der Firma ACP betrieben werde und auch bei kniffligen Fragen helfen könne.
"Im Notfall kommen die Mitarbeiter sogar vorbei", so der 42-jährige Schweiger.
Österreich-Support mit Vorreiterrolle
Wer Kontakt zu MS sucht, kann das an Werktagen und Samstagen
tagsüber über die gebührenfreie Infohotline 08000 123-345.
Technische Anfragen werden Montag bis Samstag bis 21 Uhr und
Sonntags bis 19 Uhr unter 0900/353535 ab 0,88 Euro/Minute
beantwortet.
Support-Website von Microsoft ÖsterreichPatches immer brav einspielen
Die oft geübte Kritik an Sicherheitslücken im weltweit auf 96 Prozent aller Rechner installierten Betriebssystem Windows lässt Schweiger nicht gelten.
Wer seinen Computer mit Windows Update regelmäßig auf neuestem Stand halte, sei gut geschützt.
Etwas anderes seien Virenangriffe über E-Mails wie erst kürzlich wieder durch den Virus "Mydoom". Hier seien die Nutzer gefragt, nicht wahllos E-Mails zu öffnen und sich mit Anti-Viren-Programmen zu schützen.
Kritiker werfen Microsoft hingegen vor, bisher zu wenig gegen die Bedrohung durch Viren und Würmer getan zu haben.
Erst am Mittwoch musste Microsoft eine schwere Sicherheitslücke eingestehen, für die es zwar mittlerweile einen Sicherheitspatch gibt, das Problem Microsoft aber bereits seit Monaten bekannt war.
Gravierende Windows-SicherheitslückeKeine Gefahr durch Linux
Das offene Betriebssystem Linux fürchtet Ex-Compaq-Mann Schweiger nicht.
Auch im Bereich öffentliche Verwaltung sei man sehr gut positioniert und sehe keine Gefahr durch die Open-Source-Konkurrenz.
Linux sei zwar ein sehr wichtiges Thema, spiele aber in der Realität noch kaum eine Rolle.
Außerdem würden die Lizenzkosten bei IT-Projekten ohnehin nur fünf Prozent des Budgets ausmachen. Und was die Folgekosten betreffe, sei Microsoft eindeutig günstiger.
Die Stadt Wien prüft derzeit auf Antrag der Grünen den Umstieg der Wiener Stadtverwaltung von Microsoft-Software auf Open-Source-Alternativen. Der Prüfbericht soll bis Mitte 2004 verliegen.
Stadt Wien prüft Umstieg auf Open Source"Wir klagen niemanden"
Im Gegensatz zur Film- und Musikindustrie beginnt man bei Microsoft das Jahr nicht mit Klagsdrohungen gegen einzelne Nutzer.
Privatanwender, die zu Hause eine Windows-Raubkopie benutzen, brauchen sich weiterhin nicht vor den Spürhunden der Softwareindustrie zu fürchten.
Raubkopien seien zwar kein Kavaliersdelikt, aber "wir verklagen niemanden", versichert der neue Österreich-Chef.
Partner werden zu Mitbewerbern
Dass Microsoft in neue Bereiche wie Handysoftware und
Kundenmanagement-Programme [CRM] vorstößt und damit bestehende
Partner zu Mitbewerbern macht, sieht der neue Microsoft-Chef
unproblematisch. Es gebe ohnehin immer mehr Überlappungen, da kein
einzelnes Unternehmen die Zeit und das Geld habe, alles selbst zu
entwicklen.
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