09.02.2004

COPYRIGHT

Pornoindustrie als Online-Vorbild

Während die Musikindustrie versucht mit Klagen gegen illegale Downloads vorzugehen, hat die Pornoindustrie einen anderen Weg eingeschlagen.

Zwar wird auch hier versucht mit Klagen gegen den unlizenzierten Vertrieb von Copyright-geschützten Material vorzugehen, doch seien diese Versuche kaum von Erfolg gekrönt, so der Manager der Photographin Suze Randall. "Es hat uns viel Geld gekostet und null gebracht."

Zwar seien viele der geklagten Sites geschlossen worden, doch es sei stark zu bezweifeln, dass dies auch einen Effekt auf die Offline-Verkäufe gehabt habe. Die Firma, mit der er damals zusammengearbeitet hat, hat daran zwar seine Zweifel. Heute hätten die Klagsdrohungen allerdings weitaus mehr Effekt, gibt ihr Chef zu.

Moralische Verpflichtung

Viele der Firmen jedoch machen sich gar keine Sorgen über den kostenlosen Tausch ihrer Produkten. Nur wenn jemand versucht auf ihre Kosten Profit zu machen, werden die Anwälte losgelassen.

Titan, Anbieter von Schwulen-Pornographie, verfolgt zwar jene Leute, die unerlaubt Material von der Site verwenden, im Austausch gegen eine Gerichtsklage können diese dann jedoch auch auf ihrer Website für ein Zugangsabo anmelden.

Nicht nur der finanzielle Aspekt verpflicht das Unternehmen dazu, gegen Tauschbörsen-Aktivitäten vorzugehen, so ein Sprecher von Titan, sondern auch die moralische Verpflichtung. So müsse die Firma sicher gehen, dass Material von ihrer Website nicht in die falschen Hände, wie beispielsweise Kinder, gelangt.

"Billig ist bequemer"

Die Pornoanbieter im Netz fühlen sich durch die Tauschbörsen bei weitem nicht so bedroht wie die Musikindustrie. Sie haben rechtzeitig die passenden Distributionswege angenommen und bieten ihren Kunden auch entsprechenden Service an.

Zwar verlieren auch sie durch das freie Tauschen im Netz an Umsatz, doch wird versucht das wird mit zugeschnittenen und "Special-Interest"-Angeboten abzufedern.

"Kostenlos ist sehr anarchistisch und schwer zu handeln und man weiß nicht was man bekommt", so ein Pornoanbieter. "Billig ist bei weitem bequemer."