Mydoom als Vorbote für künftige Szenarien
Virenexperten zufolge können künftige Viren und Würmer ein weitaus höheres Schadenspotenzial entwickeln als bisher.
In den letzten Tagen haben hunderttausende vom Wurm "MyDoom" infizierte Rechner die Website der SCO-Gruppe im Visier; eine weitere, aber weniger verbreitete Variante des Wurms hat Microsoft zum Ziel auserkoren.
Die Effektivität dieses Wurms wird laut Experten bald Nachahmer auf den Plan rufen. "Man kann genau dieselbe oder eine verbesserte Technologie zum Einsatz bringen, um seine eigenen Ziele zu verfolgen und beliebige Websites anzugreifen", mahnt Mikko Hypponen, Forschungschef des Antivirenspezialisten F-Secure. "Es handelt sich hier um ein weit größeres Angriffs-Netzwerk, als wir bisher beobachten konnten".
"Mit dieser Urgewalt können nicht nur eine, sondern gleich tausende Sites vom Netz gebombt werden", so Hypponen weiter. In den letzten drei Jahren haben immer ausgefeiltere Viren unter anderem dafür gesorgt, politische Meldungen zu verbreiten oder Unternehmen zu erpressen.
"MyDoom hat den bösen Jungs gezeigt, dass das Virus funktioniert.. was auch immer geplant wurde, wurde erreicht".
Mydoom-Autor entschuldigt sich"Stehen erst am Anfang"
Die Antivirenspezialisten sind überzeugt, dass hinter MyDoom noch andere Funktionen als das Bombardieren von Websites stecken. Die Vermutungen drehen sich allesamt um Spam - entweder sollen die befallenen Computer als Spam-Verschicker missbraucht werden oder die Mailadressen der betroffenen User werden gesammelt - für spätere Spam-Attacken.
Joe Pichlmayr vom österreichischen Antivirenspezialist ist überzeugt, dass noch weit mehr Schadensroutinen möglich sind. "Wir stehen erst am Anfang von dem, was möglich ist", so Pichlmayr im Gespräch mit der futureZone. "Ein Wunder, dass noch nicht mehr passiert ist".
Bei entsprechend aggressiver Replikations-, also Verbreitungsroutine sowie starker Verschlüsselung, die das Entziffern durch Antivirenspezialisten erschwert, könnten weit schädlichere Würmer programmiert werden. Durch die schnelle Verbreitung via Internet und die Tatsache, dass es Viren möglich ist, hunderttausende fremde Computer komplett zu übernehmen, lässt noch Spielraum für künftige Schadensszenarien.
F-Secure-Forschungschef Hypponen zitiert Technologie als bestes Mittel gegen Viren. "Die Letztverantwortung für die Absicherung gegen Viren liegt wohl bei Softwarefirmen, da es mittlerweile augenscheinlich ist, dass User nicht davon abgehalten werden können, auf mysteriöse Attachements zu klicken".
Glauben an User verloren
"Ich habe meinen Glauben in die Erziehung verloren", schließt Hypponen. "Es hilft nichts, die User werden es nie lernen.. sie klicken auf alles".
