Photoshop ohne Spionagefunktion
Die neue "Funktion" der Bildbearbeitungs-Software "Photoshop 8" [oder "CS"], mit der das Programm Bilder, die Dollar- oder Euro-Noten detailliert darstellen, erkennt und anschließend verhindert, dass diese Dateien geöffnet oder bearbeitet werden können, hat vor zwei Wochen für Furore gesorgt.
Jetzt hat Hersteller Adobe zum Thema ausführlich Stellung genommen: "Wir haben auf ein legitimes Schutzinteresse der Zentralbanken und der Öffentlichkeit reagiert", sagte Adobe-Sprecher Christoph Sahner.
"Diese Anwendung unterstützt die unbefugte Verarbeitung von Banknotenbildern nicht", heißt es in der Fehlermeldung, die immer dann auftaucht, wenn eine in die Software integrierte intelligente Bildanalyse das Motiv eines Geldscheins erkennt.
Adobe-ErkärungMaßnahme gegen das Denkbare
Zwar ist auch laut Sahner kein konkreter Fall einer Geldfälschung mit Hilfe einer Bildbearbeitungssoftware bekannt, doch sei das durchaus denkbar.
Weil die Bildüberprüfung "im Bruchteil einer Sekunde" erfolge, werde die Leistung von Photoshop aber nicht beeinträchtigt. Ebenso sei sichergestellt, dass die von der "Central Bank Counterfeit Deterrence Group" [CBCDG] bereitgestellte CDS-Technik keinerlei persönliche Daten übertragen könne.
Nach einem Beschluss der Europäischen Zentralbank vom vergangenen Jahr sind alle Reproduktionen unrechtmäßig, "die die Öffentlichkeit mit echten Euro-Banknoten verwechseln könnte". Für "Werbe- und andere Zwecke" sind Abbildungen unter anderem dann zulässig, wenn sie deutlich größer oder kleiner als die Original-Banknoten sind.
Banken verhindern digitale Geldabbildung
