Siemens-Chefaufklärer muss gehen

Korruption
29.07.2007

Zweifel an umfassender Information

Der neue Siemens-Chef Peter Löscher hatte vor wenigen Wochen bereits gesagt, dass sich der Vorstand mit der Personalie befasse. Seitdem seien die Dinge weiter vorangegangen, sagte ein Siemens-Sprecher am Samstag in München. Zu weiteren Einzelheiten äußerte er sich nicht.

"Beschönigendes Bild"

Grund seien Zweifel, ob Schäfer vor seiner Ablösung als Chefaufklärer im vergangenen Dezember immer rechtzeitig und umfassend über Schmiergeld-Verdachtsfälle informiert habe. Auch soll Schäfer ein beschönigendes Bild von den Vorgängen geliefert haben, hieß es.

Druck aus den USA

Siemens-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme hatte bereits vor zwei Monaten gesagt, Anwälte seien mit der Prüfung des weiteren Vorgehens in diesem Fall beschäftigt.

Mit der Kündigung käme Siemens laut dem "Spiegel"-Bericht nun der Forderung seiner US-Anwälte nach, die bereits länger Schäfers Ausscheiden verlangt haben sollen. Schäfer hingegen betonte, er habe sich stets korrekt verhalten.

In der Affäre um Schmiergeldzahlungen bei Siemens geriet am Freitag auch die österreichische Landesgesellschaft ins Gerede. Ein deutscher Zeitungsbericht unterstellte Siemens Österreich mangelnde Zusammenarbeit mit einer untersuchenden US-Anwaltskanzlei.

(APA | dpa)