Vorwürfe gegen Siemens Österreich

27.07.2007

In der Affäre um Schmiergeldzahlungen bei Siemens gerät auch die österreichische Landesgesellschaft ins Gerede. Ein deutscher Zeitungsbericht unterstellt Siemens Österreich mangelnde Zusammenarbeit mit einer untersuchenden US-Anwaltskanzlei.

Führungskräfte in Österreich und Griechenland sollen eine "Drehscheibe" für die illegalen Aktionen gewesen sein, schreibt die "Süddeutsche Zeitung" ["SZ"] am Freitag.

Weiters seien diese beiden Landesgesellschaften ebenso wie die in Belgien und in zahlreichen afrikanischen und asiatische Staaten nur bedingt zu Gesprächen mit der US-Anwaltskanzlei Debevoise & Plimpton bereit. Diese Kanzlei wurde von Siemens mit der Aufklärung des Skandals rund um "schwarze Kassen" beim Elektronikkonzern betraut.

Angst vor dem Staatsanwalt

Im Aufsichtsrat wächst inzwischen die Angst, die US-Justiz könnte die Sache in die Hand nehmen. "Wenn Debevoise nicht vorankommt, dann schicken uns die SEC und das US-Justizministerium amerikanische Staatsanwälte ins Haus", zitiert der Bericht eine Quelle bei Siemens. In etlichen Landesgesellschaften von Siemens habe man offenbar den Ernst der Lage noch nicht erkannt.

Siemens Österreich bestritt heute auf Anfrage von Agenturen die Vorwürfe. Eingeräumt wurde jedoch, dass es am Anfang Probleme mit dem Datenschutz gegeben habe.

Trotz der angeblichen Blockade ist Debevoise offenbar nun auch in der Kraftwerkssparte auf "schwarze Kassen" gestoßen. Nach Angaben aus dem Aufsichtsrat berichteten die US-Juristen von Konten in Liechtenstein, über die deutlich mehr als 100 Mio Euro geschleust worden sein sollen, schreibt die "SZ". Bisher waren Schwarzgeldkonten in einer solchen Größenordnung nur in der früheren Sparte Telekommunikation bekannt geworden.

(APA)