800 Mio. Euro Verlust durch Filmkopien
"Die zunehmende Verbreitung von Raubkopien" hat die deutschen Film- und Videoverleiher im vergangenen Jahr nach Branchenschätzungen mehr als 800 Millionen Euro Umsatz gekostet.
Die Industrie wolle mit einer breiten Medienkampagne und verstärkten Fahndungsanstrengungen dagegenhalten, sagte Elke Esser von der Branchenvereinigung ZKM in Düsseldorf.
Vor allem die Videotheken seien von den Einnahmeausfällen betroffen.
Aggressive Kampagne gegen Raubkopierer
Die ZKM wolle mit einer aggressiven Kampagne unter dem Motto
"Raubkopierer sind Verbrecher" verstärkt Unrechtsbewusstsein bei den
Verbrauchern wecken. Ein neues Plakat mit einem Mann in
Sträflingsuniform und der Aufschrift "Raubkopierer sehen bald nur
noch solche Streifen" soll abschreckend wirken.
Werbekampagne "Hart aber gerecht"40 Durchsuchungen pro Woche
Esser räumte ein, dass Urheberrechtsvergehen im privaten Bereich nur schwer nachweisbar seien. Dennoch gebe es mit Unterstützung der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen [GVU] im Schnitt 40 Durchsuchungen pro Woche bei verdächtigen Personen.
Um die Verbreitung von Raubkopien zu stoppen, werde beispielsweise auch in Deutschland erwogen, Filme mit "Wasserzeichen" zu versehen. So könne bei einem Angebot im Internet die Quelle rasch zurückverfolgt werden.
Erst vor zwei Wochen war im Netz eine Kopie des Films "Was das Herz begehrt" aufgetaucht, die von einem Mitglied der Oscar-Jury stammen soll. Anhand der Wasserzeichen will die MPAA [Movie Picture Association of America] beweisen, von wem die Raubkopie stammt.
Oscar-Jury bleibt Risiko für Hollywood
