Oscar-Jury bleibt Risiko für Hollywood
In seinem Kampf gegen die Filmpiraterie aus den eigenen Reihen hat Hollywood einen herben Rückschlag erlitten.
Im Netz ist letzte Woche eine Kopie des Films "Was das Herz begehrt" aufgetaucht, die von einem Mitglied der Oscar-Jury stammen soll.
Laut "Los Angeles Times" sollen sichtbare und versteckte Markierungen beweisen, dass die Kopie von Carmine Caridi stammen soll. Caridi hat unter anderem in "Der Pate II" und der US-Serie "NYPD Blue" mitgewirkt.
Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences wollte den Namen nicht bestätigen, kündigte aber eine Untersuchung des Falls an. Sony, dessen Studie Columbia Pictures den Film produziert hat, behält sich rechtliche Schritte vor.
Die Oscar-Juroren mussten vorab eine Erklärung unterzeichnen, wonach sie die Vorab-Kopien, die sie zur Ansicht erhalten, vor unrechtmäßigem Zugriff schützen müssen. Rund 80 Prozent haben die Erklärung unterzeichnet zurückgeschickt.
Sieg für Indie-Labels gegen HollywoodLanger Streit über Vorab-Filme
Um derartiges zu vermeiden, hatten die Filmstudios letztes Jahr beschlossen, gar keine Vorab-Filme mehr zu verschicken. Stattdessen sollten die Juroren zur Beurteilung der nominierten Filme ab heuer wieder ins Kino gehen.
Nach mehrwöchigen Protesten prominenter Schaupieler und Regisseure erlaubten die Studios schon Ende Oktober eine einzige Ausnahme. Die Oscar-Jury sollte als einzige weiterhin mit DVDs beliefert werden.
Schießlich verhängte ein US-Gericht eine einstweilige Verfügung gegen die Filmindustrie.
Die kleinen, unabhängigen Filmproduzenten hatten die Studios geklagt, weil sie sich durch den Bann benachteiligt sahen. Sie argumentierten, dass einige Juroren nur die näher gelegenen Blockbuster-Kinos besuchen würden und Filme, die dort nicht zu sehen sind, von der Kandidatur für einen Oscar ausschließen würden.
