Bordcomputer sollen menschlich werden
Britische Forscher schlagen vor, dass sich die Computer heutiger Flugzeuge den Piloten anpassen sollen.
Die Wissenschaftler bemängeln, dass Piloten während Gefahrensituationen mit technischen Informationen der verschiedenen Systeme überschüttet werden - unfähig, den Wust an Daten rasch genug zu verarbeiten.
Die Experten fordern, dass sich in Zukunft nicht die Piloten durch intensives Training an die jeweiligen Cockpits, sondern dass sich die Cockpits an die Datenverarbeitung im menschlichen Gehirn anpassen sollten. Die Bordcomputer sollten dem entscheidenden Menschen beim Auftreten von Problemen auch Lösungsvorschläge und - wenn nötig - Mechanismen zur Aufdeckung von Fehlern anbieten. Heutige Systeme würden dagegen vor allem Rohinformationen anbieten.
Die US-Air-Force will mit Hilfe eines neuen Computerprogramms sichergehen, dass ihre Piloten im Cockpit nicht auf Grund von Übermüdung einschlafen. Die Software mit dem Namen "Fatigue Avoidance Scheduling Tool" [FAST] soll Schlaf- und Wachperioden genau einteilen und vorhersagen, wann eine Person auf ihrem höchsten Leistungsniveau ist.
Software hält US-Kampfjetpiloten wachÜberforderte Piloten
Anhand eines Absturzs aus dem Jahre 1989 skizzieren die Wissenschaftler der Universitäten von Newcastle und York ihre These.
Während des Fluges hatte es bei der Boing 737-400 Probleme mit dem linken Triebwerk gegeben. Die Crew reagierte aus Versehen mit dem Abschalten der rechten Maschine, was mit einem Nachlassen von Vibrationen und Rauchentwicklung im linken Triebwerk zusammenfiel.
Die Crew fühlte sich in ihrer Entscheidung bestätigt. Erst als der linke Motor Schub verlor und Feuer fing, versuchten die Piloten den rechten Motor wieder anzulassen, jedoch zu spät. Es gab einen Bruchlandung, 44 Menschen starben.
"Vorliebe zur Bestätigung"
Die Piloten seien in einem psychischen Phänomen gefangen gewesen, das man "Vorliebe zur Bestätigung" nennen könnte. Hat man einmal eine Einschätzung der Lage getroffen, sieht man nur noch Daten, die diese Einschätzung bestätigen. Fakten, die zu anderen Ergebnissen - und möglicherweise zu einer besseren Entscheidung - führen könnten, werden dagegen unbewusst unterdrückt oder einfach ignoriert.
