VeriSign in Turbulenzen
Die US-Firma VeriSign, die unter anderem als Registry die Domains .com und .net verwaltet, ist in einen Skandal um die Rückdatierung von Aktienoptionen verwickelt. Das Unternehmen, das unter anderem Sicherheitsdienstleistungen anbietet, macht sein schlechtes internes Management für die Fehler verantwortlich.
Wie nach einer Mitteilung VeriSigns an die US-Börsenaufsicht SEC am Donnerstag bekannt wurde, muss VeriSign 160 Millionen US-Dollar [116 Mio. Euro] für zusätzliche Ausgleichszahlungen verbuchen, weil die Firma Aktienoptionen mit falschen Ausgabedaten versehen hatte.
VeriSign-Finanzchef Dana Evan war am Dienstag zurückgetreten. Bereits Ende Mai hatte VeriSign-Boss Stratton Sclavos das Unternehmen verlassen. Sowohl Evan als auch Sclavos hätten rückdatierte Aktienoptionen erhalten, so VeriSign.
Schlechtes Management
In seiner Mitteilung an die Finanzbehörden machte VeriSign das schlechte interne Management der Prozesse rund um die Optionsvergabe verantwortlich, die "höchst informell abgelaufen und unter geringer Aufsicht gestanden sind".
Eine interne Untersuchung bei VeriSign ergab, dass insgesamt 8.164 Aktienoptionen von den falschen Datierungen betroffen waren, die an 41 verschiedenen Tagen zwischen 1998 und 2006 ausgegeben wurden.
VeriSign steht schon seit geraumer Zeit in der Kritik, weil sich das Unternehmen über gute Kontakte zur Internet-Adressverwaltung ICANN und zur US-Regierung auf lange Zeit die Verwaltung der äußerst lukrativen .com- und .net-Domains gesichert hat.
Seit Oktober 2006 kooperiert VeriSign auf dem Markt mobiler Spiele mit dem österreichischen Anbieter JoWooD.
Bekanntes Manöver
In den meisten Fällen handelte es sich um Rückdatierungen, bei denen die Optionen billiger ausgegeben wurden als der tatsächliche Stand des Aktienkurses der Firma.
Diese Praxis ist in den USA nicht illegal, muss aber der Börsenaufsicht mitgeteilt werden, was in jüngster Zeit einige Hochtechnologiefirmen versäumt haben, darunter auch prominente Unternehmen wie Apple und der Spielehersteller Take-Two. Die SEC hat gegen zahlreiche Unternehmen und Individuen Ermittlungen in dieser Sache eingeleitet.
(AP | futurezone)
