Mobilkom will Telefonicas UMTS-Lizenz
Der spanische Mobilfunkbetreiber Telefonica, der seine UMTS-Aktivitäten in Österreich auf Eis gelegt hat, verhandelt mit der mobilkom austria über einen Verkauf seiner österreichischen UMTS-Lizenz, die er im November 2000 um 117 Mio. Euro ersteigert hatte.
"Wir stehen im Verhandlungsprozess, die Verhandlungen sind noch im Laufen", bestätigte mobilkom-Sprecherin Elisabeth Mattes auf APA-Anfrage einen Bericht der "Presse".
Auch Hutchison hatte und hat Interesse an den UMTS-Frequenzen, allerdings nur an einem der beiden Frequenzpakete.
Um Pönalzahlungen vor dem Hintergrund der Lizenzauflagen zu entgehen, muss die Telefonica die Frequenzen entweder an den Staat zurückgeben oder verkaufen.
Vom Regulator abgesegnet
Die Telekom-Regulierungsbehörde RTR habe den Verkauf der Lizenz
an die mobilkom nach intensiven Konsultationen der Mobilfunkbranche
unter bestimmten Auflagen bereits genehmigt, sagte Telekom-Regulator
Georg Serentschy.
RTRMaximal drei UMTS-Blöcke erlaubt
Den Auflagen gemäß müsse die mobilkom, die mit der Übernahme der Telefonica-Frequenzen samt Telefonica-Tochter 3G Mobile vier UMTS-Lizenzblöcke halten würde, bis Ende Jänner 2005 einen Block davon wieder abgeben.
"Drei UMTS-Blöcke hätte jeder der UMTS-Bieter auch damals bei der Versteigerung im November 2000 ersteigern können", so Serentschy.
Die mobilkom kann den Block bis Ende Jänner 2005 auf eigenes Risiko an einen Mitbewerber verkaufen oder verschenken, sonst fällt er unentgeltlich und automatisch Ende Jänner 2005 an die Republik Österreich zurück, sagte Serentschy.
Hier könnte Hutchison einspringen. Dem Kauf eines Frequenzpakets von der mobilkom stehe man "offen gegenüber", so Hutchison Österreich-Chef Berthold Thoma.
Lizenzen wurden im November 2000 vergeben
Die Auktion der österreichischen UMTS-Lizenzen wurde Anfang
November 2000 mit einem Erlös von 832 Mio. Euro beendet. Alle sechs
Bieter [T-Mobile, One, tele.ring, Telefonica 3G Mobile, mobilkom
austria, Hutchison] erhielten zwei "große" Frequenzpakete und eine
Lizenz.
Enttäuschung über kurze UMTS-AuktionKeine Teilnahme an GSM-Auktion
Zusätzlich gibt es noch eine weitere Auflage für die mobilkom: Bis dieser vierte UMTS-Frequenzblock nicht verkauft ist, dürfe die mobilkom an keiner GSM-Frequenz-Versteigerung teilnehmen, sagte Serentschy.
Die RTR geht davon aus, dass die Republik Österreich noch vorhandene GSM-1.800-Frequenzen zu Jahresmitte 2004 an die Betreiber für die Beseitigung von Netzengpässen veräußert.
Die in den Lizenzbedingungen vorgeschriebene Versorgungsverpflichtung für die Telefonica-UMTS-Lizenzen werde von der mobilkom erfüllt, hieß es.
Die mobilkom ist bereits im Mai 2003 kommerziell mit UMTS gestartet.
Neues TKG erlaubt Frequenzhandel
Das neue, seit 20. August geltende, Telekom-Gesetz [TKG] erlaubt
den bisher verbotenen Handel mit UMTS-Frequenzen. Allerdings ist
eine Genehmigung des Regulators erforderlich, der die Auswirkungen
auf den Wettbewerb beurteilen muss.
Neues Telekom-Gesetz beschlossen
