Frankreich baut eigene Flugroboter
Die französische Armee hat nun einen eigenen unbemannten Flugkörper [Drohne] vorgestellt, der aus Kriegs- und Krisengebieten Daten in Echtzeit zum Boden übermittelt.
Die vom französischen Sagem-Konzern entwickelten Drohnen können nach Angaben der staatlichen Rüstungsagentur DGA "in der ganzen Welt eingesetzt werden, jederzeit, Tag und Nacht". Ab Mitte 2004 sollen über 18 Drohnen und die dazugehörigen Bodenstationen in der französischen Armee im Einsatz sein, so DGA.
Die mit Deltaflügeln ausgestatteten Drohnen der Typbezeichnung SDTI [Systeme de Drone Tactique Interimaire] haben eine Spannweite von 4,20 Metern und sind mit zwei Kameras - eine davon mit Infrarot-Optik -, Brems-Airbags sowie Fallschirmen zum sicheren Ausrollen nach der Landung ausgerüstet.
Erst im Oktober hatten der US-Rüstungskonzern Northrop Grunman und der europäische Anbieter EADS die Aufklärungsdrohne "Global Hawk" getestet. Im Sommer hatte Frankreich angekündigt, mit europäischen Partnern für rund 300 Millionen Euro ebenfalls eine Kampfdrohne zu entwickeln.
Flugroboter erobern den LuftraumAufklärung und Überwachung
Beim einem knapp einstündigen Testflug am Dienstag übermittelte eine der Drohnen Bilder der Überschwemmungsgebiete um die Stadt Arles sowie von Autos, die 1700 Meter tiefer auf der Straße fuhren.
Im Kampfeinsatz sollen die Drohnen Kampfgebiete überwachen und die Lage von Panzern und Brücken sowie Bewegungen etwa von feindlicher Artillerie und Konvois festhalten.
Bislang sind Drohnen vor allem bei Aufklärungsflügen über umkämpftem Gebiet unterwegs. Der US-Auslandsgeheimdienst CIA setzte unter anderem in Afghanistan und Jemen "Predator"-Aufklärungsdrohnen ein, die mit "Hellfire"-Raketen bewaffnet sind und auch bewegliche Ziele angriffen.
