02.12.2003

DEUTSCHLAND

Menschenwürde für Raubkopierer

Der virtuelle Ortsverein der SPD [VOV] hat in einer Pressemitteilung die Kampagne der deutschen Filmindustrie gegen Raubkopierer scharf kritisiert.

"Mit ihrer Kampagne 'Hart, aber gerecht' zeigt die Filmindustrie ein menschenverachtendes Weltbild", sagte Arne Brand, Pressesprecher des VOV.

In einem der kurzen Werbefilme der Kampagne werden zwei Inhaftierte gezeigt, die sich offenbar auf die Vergewaltigung neu eingelieferter Raubkopierer freuen.

Nimmt man die Aussagen der Werbetexte genau, würde für Raubkopierer das im Grundgesetz verankerte Recht auf Unantastbarkeit der Würde des Menschen sowie auf körperliche Unversehrtheit nicht gelten.

Rechtlich bedenklich

Kritik übt der VOV weiters an der Verharmlosung von Vergewaltigungen und Raubüberfällen durch den Film.

Opfer würden verhöhnt, wenn solche Gewalttäter mit denen gleichgestellt werden, die eine nicht legale Kopie anfertigen: "Das ist keineswegs 'humorvoll provokant', sondern empörend", betonte Brand.

Außerdem ist die Kampagne nach Angaben des VOV rechtlich nicht korrekt.

Die Kampagne verschweige, dass eine Privatkopie grundsätzlich zulässig und nur unter bestimmten Bedingungen nicht gesetzlich legitimiert ist: