"Raubkopierer sind Verbrecher"
Da die Flut an Raubkopien weiter zunimmt und die Piraten nach wie vor kein Unrechtsbewusstsein zeigen, versucht die deutsche Filmindustrie nun mit einer aggressiven Schockkampagne wachzurütteln.
Unter dem Motto "Raubkopierer sind Verbrecher" will sie gegen die "dramatische Zunahme" beim illegalen Brennen und Herunterladen von Filmen im Internet vorgehen.
Mit Plakaten und Filmspots will man der "Burning Generation" im Alter bis 39 die rechtlichen Folgen ihrer Handlungen vor Augen halten.
In einem Motiv der Plakat- und Anzeigenreihe werden "Verbrecherfotos" von angeblichen Raubkopierern gezeigt. Darunter der Hinweis: "Raubkopierer werden seit dem 13.9.03 mit Freiheitsentzug bis zu fünf Jahren bestraft." Ein anderes Bild zeigt einen Computernutzer mit angelegten Handschellen neben dem Text "Herr der Ringe".
Website der Kampagne "Hart aber gerecht"Häfnbrüder-Spot
Im ersten Werbespot versucht die verschmähte Freundin eines Rabkopierers ihn mit den Worten "Entweder du kommst jetzt ins Bett oder ich hol die Polizei" vom Computer wegzulocken.
In einer weiteren Plakatvariante werden zwei "Häfnbrüder" in einem Gefängisgang unter der Überschrift gezeigt: "Liebe Raubkopierer, wir freuen uns auf euch!"
Im zweiten Spot gibt es ein Wiedersehen mit den provokanten Gefängnisinsassen, die den Neuzugang zweier Raubkopierer mit den Worten "Hmmmm Raubkopierer.... meiner hat den geileren Arsch" quittieren, während sie sich die Brustwarzen reiben.
Abschließend kommt wieder der Warnhinweis: "Raubkopierer werden seit dem 13.9.03 mit Freiheitsentzug bis zu fünf Jahren bestraft."
Etliche Strafverfahren in Österreich
In Österreich droht gewerbsmäßigen Raubkopierern eine
Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren. Beim Verein für
Anti-Piraterie gehen täglich unzählige Hinweise auf derartige
Gesetzesverletzungen ein. Etliche Strafverfahren sind bereits
anhängig.
Filmindustrie kämpft gegen Piraten"Schuss könnte nach hinten losgehen"
Der von der österreichischen Filmindustrie im Mai gegründeten Verein für Anti-Piraterie der Film- und Videobranche [VAP] will statt auf Schockwerbung lieber auf umfangreiche Aufklärungskampagnen setzen.
"Diese Spots vermitteln die falsche Botschaft, nämlich Angst", erklärte Bettina Stomper von der Anwaltskanzlei des VAP gegenüber der fuzo:
"Wir sind der Meinung, dass das österreichische Gesetz abschreckend genug ist. Es wurde nur bisher nicht ernsthaft vollzogen. Wir sind aber dabei das zu ändern und haben schon eine ganze Reihe von Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmen durchgeführt."
Mit derartigen Angstkampagnen laufe man zudem Gefahr, die jenigen Filmkonsumenten, die einer sachlichen Argumentation zugänglich wären, vor den Kopf zu stoßen.
Kampagne startet 2004 in Österreich
Für 2004 plane man eine Aufklärungskampagne mit Ziel, nicht nur
die Strafbarkeit, sondern auch die wirtschaftlichen Konsequenzen des
Raubkopierens vor Augen zu führen.
VAP
