Pickerl statt Satelliten-Maut rückt näher
Der deutsche Verkehrsminister Manfred Stolpe erwägt wegen der Verzögerungen bei der Lkw-Maut eine Neuauflage der Lkw-Vignette im Mai kommenden Jahres.
Sollte der Vertrag mit dem Betreiberkonsortium Toll Collect bis Mitte Dezember gekündigt werden, wolle die deutsche Regierung die Vignette möglicherweise in etwa einem halben Jahr wieder einführen, so Stolpe zur "Bild am Sonntag" [BamS].
Dies sei dann jedoch nur eine "Notlösung". Die Vignette bringe monatlich etwa 40 Millionen Euro ein, die Maut dagegen mehr als 150 Millionen Euro pro Monat, fügte der Minister hinzu. Er erwarte, dass er noch vor dem 15. Dezember vom Maut-Konsortium Toll Collect ein klares Angebot bekommt, sagte Stolpe.
Dies gehöre zu den Bedingungen, damit die Bundesregierung den Vertrag mit Toll Collect nicht kündige. Der 15. Dezember gilt als frühestmöglicher Kündigungstermin für den Mautvertrag.
Auf einer Veranstaltung bei Berlin sagte Stolpe am Samstag, wenn die Technik nicht funktioniere, würden Alternativen geprüft. Zur BamS sagte der Minister weiter: "Ich brauche das ausgebliebene Geld für die Finanzierung der Verkehrsprojekte im Haushalt 2004." Die Löcher müssten ausgeglichen werden. Falls die Maut Mitte 2004 eingeführt werden kann, soll der Schaden geschätzt rund zwei Milliarden Euro betragen.
Pickerl statt Satelliten-Mautsystem
