Deutsche Bestatter planen Trauer-TV

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19.06.2007

"Strategische Partnerschaft mit Trauerportalen"

Die Bestatter in Deutschland wollen noch in diesem Jahr mit einem Trauerkanal namens EosTV auf Sendung gehen. Zielgruppe ist die wachsende Zahl älterer Menschen, sagte die Sprecherin des Bundesverbandes Deutscher Bestatter, Kerstin Gernig, am Dienstag in Düsseldorf.

Die Themen seien vielfältig: Geplant seien Dokumentationen über Friedhöfe sowie Reportagen etwa über das Aufgeben jahrhundertealter Trauerrituale und den Trend zu anonymen Bestattungen.

"Verarmt, verscharrt, vergessen"

Außerdem werde es Informationen zum Themenfeld Beerdigung, aber auch über Pflege und Hilfe im Alter geben - "Themen, die für ältere Menschen relevant sind", sagte Gernig. "Wer einmal einen Todesfall in der Familie hatte, weiß, wie viele Fragen damit verbunden sind." Unter dem Titel "Verarmt, verscharrt, vergessen" werde auf die steigende Zahl von Sozialamtsbestattungen eingegangen.

Finanzieren will sich der Sender mit Sitz im brandenburgischen Glienicke unter anderem durch filmische Nachrufe auf Verstorbene. Eine strategische Partnerschaft werde mit den Trauerportalen im Internet angestrebt.

Verbreitung über Internet und Satellit

Das Programm starte mit zunächst acht bis zehn Mitarbeitern, die Veranstalter hoffen auf Fördermittel aus Berlin und Brandenburg. Verbreitet werden soll EosTV zunächst über Satellit und im Internet. Man sei mit den Landesmedienanstalten im Gespräch.

Technik im Jenseits

Immer mehr Menschen nehmen ihr Mobiltelefon mit ins Jenseits - was bei Feuerbestattungen manchmal zu kleineren Explosionen führt.

Der Trend sei in Südafrika entstanden, wie die BBC berichtet. Aus Sorge, durch einen Zauber nur verhext und nicht wirklich tot zu sein, wollten die Begrabenen auch im Sarg noch mit der Welt in Verbindung treten können.

Auf Wunsch werde auch ein zweiter Akku mitgegeben. Denn niemand wisse, wie lange der Zauber wirke.

Ein geschäftstüchtiger deutscher Erfinder geht noch einen Schritt weiter. Er bietet das Service "Telefonieren mit den Toten" an.

Mittels eines kleinen Kästchens namens "Telefon-Engel", das ein Handy mit Lautsprecher und Stromversorgung für ein Jahr enthält, sollen Hinterbliebene Gespräche mit dem Verstorbenen führen können, ohne sich eigens auf den Weg zum Friedhof machen zu müssen.

(dpa)