Erreichbarkeit auch in der Ewigkeit

always on
31.03.2006

Immer mehr Menschen nehmen ihr Mobiltelefon mit ins Jenseits - was bei Feuerbestattungen manchmal zu kleineren Explosionen führt.

Ständige Erreichbarkeit - darauf wollen Menschen offensichtlich auch nach dem Tod nicht verzichten.

Laut BBC lassen sich immer mehr Menschen zusammen mit ihrem Handy begraben.

Der Trend sei in Südafrika entstanden. Aus Sorge, durch einen Zauber nur verhext und nicht wirklich tot zu sein, wollten die Begrabenen auch im Sarg noch mit der Welt in Verbindung treten können.

Auf Wunsch werde auch ein zweiter Akku mitgegeben. Denn niemand wisse, wie lange der Zauber wirke.

In Großbritannien wird neben der Handytelefonie vor allem die SMS-Funktion exzessiv genutzt. "Supertexter" bringen es auf bis zu 100 Kurznachrichten pro Tag.

Ein britisches Start-up will auf dem Handy-Kurzmitteilungsmarkt nun das erreichen, was Skype im Bereich der Telefonie vorgemacht hat. Die "Hotxt"-Software ermöglicht den unbegrenzten SMS-Versand zum Pauschalpreis und umgeht dabei die Infrastruktur der Mobilfunker.

Explosionen bei Feuerbestattungen

In Australien wurde unterdessen festgestellt, dass mancher auch im Tod mit Hilfe der modernen Technik seinen Reichtum und Lebensstil noch zur Schau stellen wolle. Ein Mann ließ sich dort mit Handy und Laptop beerdigen.

Dass sich auch immer mehr US-Bürger mit ihren Mobiltelefonen ins Jenseits verabschieden, fanden die Experten durch kleinere Explosionen bei Feuerbestattungen heraus. Die Batterien der Handys waren der starken Hitze nicht gewachsen.

Solarbetriebene Gräber mit LCDs

In Österreich hat das Vorarlberger Architektenteam fuerrot seit einigen Jahren High-Tech-Grabstätten mit frei programmierbaren Anzeigen, transparenten Solarzellen zur Energieversorgung und LED-Lichttechnik im Programm.

Reden nach dem Tod

Ein geschäftstüchtiger deutscher Erfinder geht noch einen Schritt weiter. Er bietet das Service "Telefonieren mit den Toten" an.

Mittels eines kleinen Kästchens namens "Telefon-Engel", das ein Handy mit Lautsprecher und Stromversorgung für ein Jahr enthält, sollen Hinterbliebene Gespräche mit dem Verstorbenen führen können, ohne sich eigens auf den Weg zum Friedhof machen zu müssen.

Die Verbindung kommt per automatische Rufannahme sofort zu Stande. Das wasserdichte Paket, etwa so groß wie eine Schuhschachtel, wird im Grab 30 Zentimeter tief in der Erde vergraben.

Einige der 1.500 Euro teuren Geräte hat der Tüftler nach eigenen Angaben bereits verkauft.

(futurezone | dpa | AP)