"Skype" fürs Handytexten

Hotxt
31.03.2006

Ein britisches Start-up will am Handy-Kurzmitteilungsmarkt das erreichen, was Skype im Bereich der Telefonie vorgemacht hat. Die "Hotxt"-Software ermöglicht den unbegrenzten SMS-Versand zum Pauschalpreis und umgeht dabei die Infrastruktur der Mobilfunker.

Der Internet-Telefonie-Anbieter Skype hat es vorgemacht: Durch günstige VoIP-Tarife gerieten die herkömmlichen Telekom-Anbieter unter Druck und mussten schließlich die Preise reduzieren. Profitiert hat davon der Endkunde.

Was Skype im Telefoniebereich geschafft hat, will das britische Start-up Hotxt nun auf dem lukrativen Handy-Kurzmitteilungsmarkt wiederholen. Das berichtet der "Economist".

Ein eigenes SMS-Service, das den Nutzern unbegrenzten SMS-Versand gegen eine Pauschalgebühr ermöglicht, soll den vornehmlich jugendlichen Power-Usern finanzielle Erleichterung bringen und den Mobilfunkern die Umsätze abgraben.

Gewinnspannen von bis zu 90 Prozent

SMS ist durch außerordentlich hohe Gewinnspannen von bis zu 90 Prozent zu einer der größten Einnahmequellen der Netzbetreiber geworden.

Bis zu 100 SMS pro Tag

Die Briten gelten als die weltweit eifrigsten Versender von Kurznachrichten auf dem Handy. Über 93,5 Millionen SMS werden laut einer Studie des Mobilfunkers Virgin Mobile täglich verschickt. "Supertexter" bringen es dabei auf bis zu 100 Kurznachrichten pro Tag.

Unbegrenzt SMS für 1,44 Euro pro Woche

Für die Nutzung des Hotxt-Dienstes muss lediglich eine Software auf ein Handy mit Java-Funktion geladen werden.

Nach Auswahl eines Usernamens können gegen eine wöchentliche Gebühr von einem Pfund [1,44 Euro] sofort unbegrenzt Kurzmitteilungen mit über doppelter Länge via Handy und Computer verschickt werden.

Versand über Datenverbindung

Der Versand erfolgt dabei nicht über die Kurzmitteilungszentrale des Netzbetreibers, sondern über eine Datenverbindung. Die Übertragungskosten liegen bei etwa einem Pence [1,4 Cent].

Rund 3,8 Millionen Briten leiden auf Grund exzessiven SMS-Tippens bereits an chronischer Sehnenscheidenentzündung und anderen Schmerzen.

75 Prozent Ersparnis bei zehn SMS/Tag

Je nach Betreiber und Tarif kostet der SMS-Versand in Großbritannien pro Mitteilung fünf bis zwölf Pence [sieben bis 17 Euro-Cent].

Laut Hotxt-Betreiber Doug Richard kann ein Teenager, der zehn SMS pro Tag verschickt, mit Hotxt bereits bis zu 75 Prozent an Kosten sparen.

Ausweitung auf andere Länder

Doug ist überzeugt, dass sein Geschäftsmodell einschlagen wird. Mit einer zweiwöchigen kostenlosen Testphase will man der jugendlichen Zielgruppe den Einstieg schmackhaft machen. Die Ausweitung auf andere Länder ist bereits geplant.

Bei Erfolg könnten über kurz oder lang freilich alle Handynutzer davon profitieren, indem die Mobilfunker ihre Preispolitik neu überdenken müssen.

(futurezone | Economist)