Schnüffel-Tool soll Spürhunde ersetzen
Die Drogenspürhunde der Polizei könnten nach Vorstellungen von Wissenschaftlern des Georgia Institute of Technology schon bald arbeitslos werden.
Ein neues Gerät namens "Dog on a Chip" soll alle Vorteile von Natur und Technologie in sich vereinen, indem es nicht nur verbotene Substanzen zielsicher aufspüren, sondern auch sofort Alarm schlagen kann.
Zudem soll das Schnüffel-Tool schon bald portabel und preisgünstig sein und dabei weder eine Ausbildung noch Futter oder Streicheleinheiten benötigen.
"Wir haben für dieses Projekt einfach Biotechnologie mit Mikroelektronik kombiniert," so der Studienleiter William Hunt.
Das Ergebnis soll dabei wesentlich genauer und schneller als bisherige Geräte dieser Art und echte Vierbeiner sein.
"Dog on a Chip"Molekulare Strukturänderung
"Dog on a Chip" arbeitet mit der molekularen Struktur von Antikörpern. Getestet wurde das Gerät anhand von Anti-Benzoylecgonin, das seine Struktur ändert, wenn es mit Kokain-Molekülen in Kontakt kommen.
Bemerkt das Gerät eine derartige Strukturänderung schlägt es sofort Alarm.
Noch läuft diese Analyse über ein angeschlossenes Notebook, schon bald soll das Schnüffel-Tool aber auf die Größe eines Handhelds reduziert werden.
Andere elektronische Spürnasen benötigen normalerweise eine Duftprobe, die in Flüssigkeit umgewandelt und dann auf illegale Drogen, Sprengstoff oder Chemikalien analysiert wird.
Rund um die Uhr einsatzfähig
"Einer der größten Vorteile der künstlichen Spürnasen ist deren
ständige Wachsamkeit", so der Molekularbiologe John Cairney. "Einen
Hund kann man nicht 24 Stunden täglich, sieben Tage die Woche in ein
Lager, die Kanalisation oder ein öffentliches Gebäude setzen."
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Trotzdem hat auch die Low-Tech-Variante seine Anhängerschaft.
Die US-Zollbehörden, die das Projekt mitfinanziert haben, trainieren selbst Hunde, die Drogen, Geld oder auch eingeschmuggelte Leute aufspüren sollen.
Das Abrichten ist zwar sehr zeitaufwendig und kostenintensiv, allein 2002 wurden 60.000 USD in das Hundetraining in Virginia investiert. Doch dem gegenüber steht der Wert der durch die Hunde aufgespürten Drogen in diesem Zeitraum, der über 600.000 USD betrug.
Die Zollbehörden zweifeln, dass eine Maschine ähnliches leisten kann.
Ein ausgebildeter Spürhund überprüft in einer Minute normalerweise etwa 500 Pakete einer Poststelle.
"Wie lang würde es wohl dauern, bis man mit dem neuen Tool jedes Paket im Raum von Hand gescannt hat?" fragt Lee Titus, Leiter der Hundestaffel in Virginia. "Ich glaube die Hunde sind und bleiben wesentlich vielseitiger als jedes Gerät."
