T-Online dementiert AOL-Kaufgerüchte
Der größte europäische Internet-Anbieter T-Online führt nach eigenen Angaben keine Verhandlungen zur Übernahme des US-Konkurrenten AOL.
Ein Sprecher des Unternehmens dementierte einen entsprechenden Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Es habe keine Gespräche gegeben, sagte der Sprecher. Ein Kauf von AOL wäre "wirtschaftlicher Unsinn". Deutsche-Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke wies den Bericht ebenfalls zurück: "Da ist nichts dran."
Die "Süddeutsche Zeitung" hatte berichtet, dass die Deutsche-Telekom-Tochter T-Online als "der wohl heißeste Kandidat" über eine mehrheitliche Übernahme des US-Konkurrenten AOL verhandelt.
Demnach soll es bereits zu einem Treffen zwischen Time-Warner-Chef Richard Parsons und dem T-Online-Vorstandsvorsitzenden Thomas Holtrop gekommen sein.
Der Zusammenschluss des Online-Dienstes AOL mit dem Medienunternehmen Time Warner wurde am 10. Jänner 2000 bekannt gegeben. Seither hat das Unternehmen vor allem wegen der Probleme von AOL massiv an Wert verloren.
Time Warner streicht AOL aus Firmennamen70 Prozent für über eine Mrd. USD
Ein diskutiertes Modell sieht dem Blatt zufolge vor, dass die Deutschen 70 Prozent der Aktien von AOL übernehmen und 30 Prozent bei Time Warner bleiben.
Als Kaufpreis ist dem Vernehmen nach eine Summe von mehr als einer Milliarde USD im Gespräch. Als Vermittler soll der ehemalige Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff aufgetreten sein.
Der T-Online-Sprecher betonte, ein solcher Preis sei völlig überzogen. Das Unternehmen rechne jedoch in den kommenden Wochen mit weiteren Spekulationen, da es vier Milliarden Euro auf der hohen Kante habe.
