12.11.2003

PRIVACY

Südkorea will Kamerahandys hören

Südkorea will gegen versteckte und unmerkliche Aufnahmen durch Kamerahandys vorgehen.

Die Handyhersteller müssen sicherstellen, dass beim Auslösen der Kamera ein deutlich hörbares Geräusch von mindestens 65 Dezibel zu hören ist, so das Ministerium für Telekommunikation. Das Geräusch soll zudem nicht abschaltbar sein, auch nicht durch den Wechsel in den Lautlos-Modus.

Das Parlament erwägt zudem noch weitere Maßnahmen, um der Bedrohung der Privatsphäre durch immer mehr Kamerahandys und Digicams entgegenzutreten.

Industrie fürchtet Spionage

Auch die Industrie hat aus Angst vor Spionage bereits Maßnahmen gegen Kamerahandys ergriffen.

Hyundai, größter südkoreanischer Autobauer, will eigene Röntgenstrahl-Detektoren an den Eingängen aufstellen lassen, um Besucher vor dem Zutritt zu Forschungshallen des "Namyang R&D Center" auf Handykameras zu durchleuchten.

Dazu soll ein System zur Verfolgung der Besucher eingerichtet werden. Auch in der Zentrale des Autobauers sollen Kamerahandys verboten werden.

Elektronikhersteller Samsung hat bereits Mitte des Jahres die Verwendung von Kamerahandys in seinen Forschungs- und Entwicklungszentren eingeschränkt. Auch Konkurrent LG Electronics sieht sich mit einem ähnlichen Problem konfrontiert.