12.10.2003

MATRIX FORUM

Ein Cypher-Punk namens Whitfield Diffie

Was Kryptographie leisten kann, beschreiben Kryptographen gerne am Beispiel von "Bob and Alice".

Es gibt bereits Hunderte wissenschaftliche Abhandlungen, die sich um das kryptische Beziehungsleben der beiden Kunstfiguren drehen.

Wie kann Bob herausfinden, ob die Nachricht tatsächlich von Alice stammt? Wie können die beiden sicher sein, dass ihre Botschaft nicht von Dritten verfälscht wird?

"Da ich selbst Geschichten über Bob und Alice verfasst habe, weiß ich, dass es viel leichter ist, Problemstellungen und Lösungsansätze anhand zweier konkreter Personen zu beschreiben. Sonst klingt das alles furchtbar mathematisch", so Whitfield Diffie.

Der heute 59-jährige Amerikaner studierte ursprünglich Mathematik am MIT in Boston. Schon früh interessierte sich Diffie für die damals noch den Geheimdiensten vorbehaltene Kryptographie.

Natürliche Sicherheitsmechanismen

"Niemand kann Ihnen vortäuschen, ihre Frau, ihr Kind oder ihr Freund zu sein. Das ist ein Sicherheitsmechanismus, auf den unsere Gesellschaft aufbaut. Wir stellen uns zur Seite, um ein privates Gespräch zu führen, wir setzen unsere Unterschrift auf Dokumente, um sie zu authentifizieren. All diese Dinge gehören zu unserem Alltag und es kommt uns nicht in den Sinn, dass es sich um Sicherheitsmaßnahmen handelt. Je mehr Kommunikation über das Web und via e-mail läuft, desto wichtiger wird es, auch dort Sicherheitsmechanismen zu implementieren, die zu einer Gesellschaft des 21.Jahrhunderts gehören".

Das Interview wurde am Sonntag um 22.30 im Ö1-Computermagazin "Matrix" ausgestrahlt.