Japanische Stadt will Kinder überwachen
In Japan will eine ganze Stadt ihre Kinder satellitengestützt überwachen lassen.
Die Stadt Murakami im Norden Japans plant alle 2.700 Volksschulkinder und Schüler der Mittelschul-Unterstufe mit Pager-ähnlichen Geräten auszustatten, mit deren Hilfe die Eltern dann den Aufenthaltsort ihrer Kinder online verfolgen können.
Das System beruht auf einer Kombination des satellitengestützten Global Positioning System [GPS] mit Mobilfunkortung. Das Gerät soll zudem mit einem Notfallknopf ausgerüstet sein, der bei Betätigung eine Sicherheitskraft verständigt.
Vor kurzem war in der ländlichen Stadt eine 15-jährige Schülerin entführt und elf Tage versteckt gehalten worden.
In Südkorea sorgen "Location based Services", bei denen die jeweilige Anwendung Rücksicht auf den Standort des Benutzers nimmt, für Umsätze bei den Mobilfunkbetreibern. Dabei wird der aktuelle Standort des Benutzers auf Anfrage auch dritten Personen mitgeteilt.
Handy-Überwachung auf KoreanischStadt beteiligt sich an Kosten
"Murakami ist eine ländliche Stadt. Wenn Sie in einer großen Stadt sind, kommen Leute, wenn Sie nach Hilfe rufen. Bei uns gehen die Schüler durch Reisfelder und auf Berge. Wir müssen auf dem neuesten Stand sein", so Kenkichi Kimura von der Bildungsbehörde der Stadt.
Die Anfangskosten für das Service betragen 5.000 Yen [rund 39 Euro], die Stadt will davon 300 Yen beisteuern. Die monatlichen Kosten sollen zwischen 500 und 1.000 Yen [rund acht Euro] betragen.
Die Stadt rechnet damit, dass rund zehn Prozent der Schüler an dem Programm teilnehmen werden, das von zwei Sicherheitsfirmen bereitgestellt wird. Weitere 1.800, so die Erwartung, sollen ein Alarmgerät anschaffen, das jedoch nicht mit der Sicherheitsfirma verbunden ist. Auch diese will die Stadt finanziell unterstützen.
Per Ende des Jahres
Nach eigenen Angaben ist Murakami die erste Stadt in Japan, die
ein derartiges flächendeckendes Überwachungsprogramm für Kinder
einführt. Sollte der Plan von der Stadtversammlung angenommen
werden, könnte das System bereits per Ende des Jahres in Betrieb
sein.
GPS-Ortung für Hund und KatzAuch in Europa im Einsatz
Auch in den USA und einigen europäischen Ländern wie Norwegen, Frankreich und Großbritannien werden erste gleichartige Services, meist kombiniert mit GPS, angeboten.
Auch dabei können die Eltern via SMS oder Internet ihre Kinder auf Schritt und Tritt überwachen.
Das Repertoire der Systeme reicht dabei von münzgroßen Sendern, die in die Kleidung der Kinder eingenäht werden können, bis zur Armbanduhr, die gleich einer Armfessel fix am Handgelenk versperrt werden kann.
