15.05.2003

LOCATOR

Bildquelle: APA

Handy-Überwachung auf Koreanisch

Südkoreanische Betreiber sind angesichts der beinahe vollkommenen Marktsättigung ständig auf der Suche nach Applikationen, die den durchschnittlichen Umsatz pro Kunde [ARPU] in die Höhe treiben.

"Wir starten jährlich rund zehn bis 15 neue Services", so Kenny Ryu, Handy-Marketingchef bei LG Electronics. "Davon sind zwei oder drei langfristig erfolgreich."

Mehrere dieser Dienste drehen sich um "Location based Services". Dabei nimmt die jeweilige Anwendung Rücksicht auf den Standort des Benutzers, um ihm beispielsweise Restaurants, Bankomaten oder U-Bahn-Stationen in der Nähe anzuzeigen.

Handy im Kofferraum der Ehefrau versteckt

Dabei wird der aktuelle Standort des Benutzers auf Anfrage dritten Personen mitgeteilt.

Laut Ryu würden einige Personen gleich zwei Handys kaufen und eins davon ihren Freunden, Ehemännern oder -frauen in den Kofferraum legen, um ihre Wege überwachen zu können. Letztere Funktion wird beispielsweise offen als "Lover Security" verkauft.

Bei "Kid Security" können "besorgte" Eltern stets den Aufenthaltsort ihres Kindes erfahren. Dabei wird auf ihrem Handy ein Stadtplan samt Standort angezeigt.

Jedem Kind seine digitale Fessel

Auch in den USA und einigen europäischen Ländern wie Norwegen, Frankreich und Großbritannien werden erste gleichartige Services, meist kombiniert mit GPS, angeboten.

Dabei geht man noch nicht so weit, die Dienste zur Observation von Ehemann/frau oder Mitarbeitern anzubieten, sondern überwacht erst einmal den Nachwuchs.

Mit dem Argument, seine Kinder so immer im Auge behalten zu können und so etwa Entführungen unmöglich zu machen, können die Eltern via Kurzmitteilung oder Internet ihre Kinder auf Schritt und Tritt überwachen.

Das Repertoire der Systeme reicht dabei von münzgroßen Sendern, die in die Kleidung der Kids eingenäht werden können, bis zur Armbanduhr, die gleich einer Armfessel fix am Handgelenk versperrt werden kann.