30.09.2003

KINO

Rechner verdrängen Trickfilm-Zeichner

Disney, Pionier der Zeichentrickfilme, plant in Zukunft in erster Linie computeranimierte Filme zu drehen. Lediglich zwei Filme in Disneys aktuellem Programm sind noch auf traditionelle Weise gestaltet: "Brother Bear" und "Home on the Range".

Die Abkehr Disneys vom handgemachten Animationsfilm zum computergenerierten Zeichentrickfilm spiegelt eine allgemeine Wende der Hollywood-Studios zum computeranimierten Film wider.

"Die Erwartungen der Zuseher sind von einer neuen Art der Animation beeinflusst, die drei Dimensionen hat", so Jeffrey Logsdon, Medienanalyst bei Harris Nesbitt Gerard.

Branchentrend

Auch DreamWorks zog bereits Konsequenzen und hat sich vom traditionellen Zeichentrickfilm abgewendet: "Bis das Publikum nicht ein wenig Begeisterung für 2-D zeigt, werden wir keine derartigen Filme mehr produzieren", so DreamWorks-Sprecherin Terry Press.

Disney hat in den vergangenen zwei Jahren mehr als 700 Jobs in seiner Animationssparte gestrichen und beschäftigt gegenwärtig noch rund 1.000 Mitarbeiter. Auch die Gehälter der Trickfilmzeichner wurden zwischen 30 und 50 Prozent reduziert.

Die Kürzungen wurden nicht nur durch den Wechsel zum digitalen Film verursacht, sondern auch durch immer größer werdende Produktions- und Laborkosten.

Erst vergangene Woche schloss Disney sein Animationsbüro in Tokio, was 103 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz kostete. Das Animationsstudio in Paris mit 89 Mitarbeitern wurde im Sommer zugesperrt, ebenso das Studio in Orlando mit 50 Mitarbeitern.