28.09.2003

SOBIG

Wurm soll Anti-Spammer attackieren

Viele so genannte "Blacklist"-Server, die Anti-Spam-Software mit Spammer-Adressen versorgen, sind in letzter Zeit unter Beschuss geraten und haben in der Folge ihre Dienste eingestellt.

Vor einigen Wochen waren zunächst Osiriusoft.com und Spews.org betroffen und diese Woche kamen Monkeys.com und Compu.Net dazu. Die Server sind jeweils nach andauernden DoS-Attacken [Denial of Service] zuerst in die Knie gegangen und anschließend von ihren entnervten Betreibern ganz vom Netz genommen worden.

Und dies scheint nicht das Ende der Angriffe zu sein: Die Anti-Spam-Initiative Spamhaus berichtet über hartnäckige DoS-Attacken, die seit Juli den Server ihrer Site belasten.

Die Ex-Betreiber der Blacklist-Server vermuten hinter den Attacken natürlich Spammer, denen die schwarzen Listen naturgemäß die Arbeit erschweren. Dabei wird aber auch von verschiedenen Anti-Spam-Aktivisten ein Zusammenhang mit dem "Sobig"-Wurm hergestellt, der für die DoS-Attacken verantwortlich sein soll.

Spammer in der Abwehr

Generell wird in der Anti-Spam-Szene davon ausgegangen, dass der weltweit verschärft geführte Kampf gegen den elektronischen Werbemüll die Spammer zu neuen Maßnahmen wie den DoS-Attacken auf die Blacklists veranlasst.

Der Spielraum für die Spammer wird dabei auch durch neue Gesetze immer enger, wie das diese Woche verabschiedete, besonders strenge Gesetz in Kalifornien.

Wurm gegen Blacklist-Server

Bill Larson von Compu.Net vermutet jetzt einen Zusammenhang zwischen dem "Sobig"-Wurm und den DoS-Attacken gegen seinen Server: "Die Blacklists waren recht effizient bis zu dem Zeitpunkt, an dem Sobig auftauchte," führt er als Indiz an.

Steve Linford von Spamhaus meint sogar nachweisen zu können, dass viele Rechner, von denen aus die Site seiner Initiative attackiert wird, von Sobig infiziert wurden. Dadurch sei auch ein Trojaner auf den Maschinen installiert, der die Attacken ferngesteuert ausführe.

Und eine Studie von MessageLabs kam jüngst zu dem Schluss, dass es eine starke Korrelation zwischen mit Sobig infizierten Rechnern und den Absendern von Spam gebe. Demnach würden die betroffenen PCs nicht nur für die DoS-Attacken sondern auch als Relais für den Spam-Versand verwendet.