23.09.2003

KARTELLSTREIT

Microsoft übernimmt Prozesskosten

Microsoft muss dem US-Bundesstaat Massachusetts, letzter verbleibender Kläger im Kartellrechtsprozess gegen den Softwarehersteller, knapp eine Million USD an Anwaltskosten bezahlen.

Der Bundesstaat hatte davor über zwei Millionen USD gefordert, doch die Richterin führte in ihrem Urteil aus, dass Massachusetts "keine ausreichende Dokumentation und Erklärung" für die geforderte Summe geliefert habe.

Mit den 967.014,52 USD zeigten sich beide Seiten zufrieden. Massachusetts' Justizminister Tom Reilly sagte, er sei zufrieden und freue sich bereits auf die Argumente vor dem Bundesberufungsgericht.

Auch Microsoft zeigte sich mit den Entscheidung zufrieden, vor allem mit der Reduktion der ursprünglichen Forderungen um 50 Prozent.

Massachusetts will weiterkämpfen

Bisher hat nur Massachusetts in den Vergleich mit dem Softwarehersteller nicht eingewilligt.

Der US-Bundesstaat scheint entschlossen, seinen Standpunkt auch alleine zu verteidigen: Massachusetts warf Microsoft vor zwei Monaten vor, erneut gegen die Kartellauflagen verstoßen zu haben.

Demnach soll ein Händler Nachteile erlitten haben, weil er Linux-PCs verkauft hatte. Dazu warf Reilly dem Konzern weitere, bisher nicht genannte Verstöße vor.

Die Vorwürfe können als Signal dafür gewertet werden, dass Massachusetts entschlossen ist, die Berufungsverhandlung, die am 4. November beginnen soll, weiter mit harten Bandagen auszufechten und sich nicht wie zuletzt West Virginia auf einen Vergleich einzulassen.