Drahtloser Optimismus bei Intel
Trotz langer Zeit wirtschaftlicher Flaute in den IT-Branchen zeigen die Manager des weltgrößten Chip-Produzenten Intel derzeit keine Spur mehr von Pessimismus.
Das größte Wachstumspotenzial liegt nach Ansicht des Unternehmens momentan in Produkten und Standards für die drahtlose Verbindung von mobilen Geräten. Die mobilen Übertragungsstandards IEEE 802.11a und b wüchsen derzeit deutlich schneller als etwa der Handymarkt oder das Geschäft mit stationären Breitbandanschlüssen zum Internet, sagte Pat Gelsinger, Technikchef von Intel, auf dem Intel Developer Forum in San Jose.
Bereits in absehbarer Zeit werde die drahtlose Übermittlung von Daten nach Meinung von Gelsinger die heutigen Kupferleitungen gänzlich überflüssig machen. Zur Weiterentwicklung schneller und leistungsstarker Übertragungstechniken arbeitet das Unternehmen intensiv mit Regierungen, Regulierungsbehörden und Industrieforen zur Festlegung von Standards zusammen.
Im nächsten Jahrzehnt werde die Mehrzahl der Menschen weltweit drahtlos kommunizieren, sagte Gelsinger. Intel komme eine wesentliche Rolle in der Entwicklung neuer WLAN-Technologien [802.11n] mit deutlich höherer Übertragungskapazität zu.
Bunter, schneller, sicherer mit IntelFunk für die letzte Meile
Eine deutliche Leistungssteigerung werde auch das neue MIMO-System bringen, bei dem die Sendestationen mit vier statt nur einer Antenne ausgestattet sind, sagte Gelsinger.
Damit werde die Sende- und Empfangsleistung des noch in der Entwicklung befindlichen 802.16a-Standards noch einmal um ein Vielfaches erhöht werden.
Der künftige Übertragungsweg werde auch auf der letzten Meile das Kupferkabel endgültig ersetzen. Solche Netze könnten eine Reichweite von rund 50 Kilometern haben und Daten, Sprache und Videos mit einer Geschwindigkeit von bis zu 70 Megabit pro Sekunde übertragen.
Von seiner ursprünglichen Domäne, der Computerindustrie, hat der kalifornische Hersteller von Halbleitern längst seine Fühler zu den Branchen der Telekommunikation und Unterhaltungselektronik ausgestreckt. In diesem Jahr gebe es bereits eine Milliarde datenübertragungsfähige Handys, sagte Gelsinger. Mehr als ein Drittel der rund 7.000 Intel-Mitarbeiter seien im Jahr 2003 mit der Entwicklung von Kommunikations-Bausteinen beschäftigt. Die Konvergenz, das Zusammenwachsen der verschiedensten Mediengeräte vom Personal-Computer über das Handy bis zum Fernsehgerät, steht dabei im Mittelpunkt der Forschungsschwerpunkte des Unternehmens.
