Warnung vor Updates für US-Kraftwerke
Nach dem schweren Stromausfall im vergangenen Monat in den USA wollen die Elektrizitätsunternehmen nun möglichst schnell veraltete Kontrollsysteme abschaffen und durch neue digitale Anlagen ersetzen.
Forscher warnen jedoch vor derartigen Updates, die das Netz nach ihrer Meinung anfälliger für Gefahren durch Viren und Angreifer machen würde.
In den digitalen Relays und Kontrollraumtechniken seien bereits Hintertüren entdeckt worden, die genutzt werden könnten, um die Stromversorgung auszuschalten, sagt Eric Byres, Forscher für Computersicherheit am Technologischen Institut in Vancouver.
Sicherheitsexperten warnen seit 1998 vor Angriffen auf das Stromnetz, nachdem Angreifer im Auftrag der US-Regierung gezeigt hatten, dass sie in die Kontrollsysteme der Stromnetze eindringen können. Laut Byres gibt es die damals entdeckten Lücken immer noch.
"Energiesystem eines Dritte-Welt-Staates"Gefahr durch Viren
Ein weiteres Problem seien Computerviren. Der "Blaster"-Wurm, der ebenfalls im vergangenen Monat grassierte, könnte den Stromausfall noch verstärkt haben, indem er die Kommunikation mit Rechnern, die zur Kontrolle des Stromnetzes benutzt wurden, blockierte, so Joe Weiss, Experte für die Kontrollsysteme.
Und der Energieversorger, von dem der Stromausfall ausgegangen sein könnte, FirstEnergy, erklärte, in den Ermittlungen werde nichts ausgeschlossen. In Telefonmitschnitten war die Rede von Computerproblemen, welche die Beseitigung von Fehlern behindert haben sollen.
Im Jänner hatte der "Slammer"-Wurm Überwachungscomputer im abgeschalteten Atomkraftwerk Davis-Besse von FirstEnergy lahm gelegt. Auch andere Kraftwerksbetreiber sollen betroffen gewesen sein, zu Schäden kam es damals aber nicht.
Urhebersuche nach Wurm-Angriff
