Chinesische IT-Spezialisten stark gefragt
Chinesische IT-Spezialisten müssen sich derzeit keine Sorgen um ihre Jobs machen: Qualifizierte Leute sind überall in Asien, vor allem in Japan, gefragt.
Dort hat mittlerweile ein regelrechter Recruiting-Boom eingesetzt, bei dem Firmen wie in guten alten Dot.com-Zeiten versuchen, die gefragtesten IT-Arbeiter zu bekommen.
NEC hat vor wenigen Monaten in Yokohama ein Wohnhaus mit 23 Einheiten erworben - ganz im Gegensatz zur derzeitigen Sparpolitik. Dort sollen Ingenieure von chinesischen Firmen untergebracht werden, die für NEC arbeiten. NEC hofft, dem Toppersonal den Sprung nach Japan schmackhaft zu machen.
Personal soll China-Beziehungen verbessern
NEC verschafft den chinesischen IT-Spezialisten ein Jahr
Unterricht in japanischer Sprache und Technologie. Sie werden dann
unter anderem in Joint Ventures mit China eingesetzt, in der
Hoffnung, die Beziehung zwischen Firmen beider Länder zu verbessern.
Chinas "Drachen"-Prozessor im VerkaufAuch China an japanischen Experten interessiert
Pasona Tech, ein Headhunter-Unternehmen, hat bereits 200 Firmen in der Datenbank, die chinesische Ingenieure suchen.
Doch auch umgekehrt läuft das Spiel. Chinesische Unternehmen, die den japanischen Markt betreten wollen, bedienen sich oft der Hilfe japanischer Entwickler, um erfolgreich zu reüssieren. Haier Group Ltd. hat beispielsweise Michio Kinoshita - den Gewinner des japanischen Industrial Design Awards - sowie einige seiner Kollegen abgeworben.
Chinesisches Personal ist oft schwerer zu bewegen, nach Japan zu gehen - es zieht sie in andere Regionen. Eine kürzlich erstellte Studie eines Jobvermittlers ergab, dass sich im Ranking der 50 beliebtesten Unternehmen 33 ausländische Firmen befinden. Nur drei davon sind aus Japan. Chinesische Entwickler zieht es eher zu US-Giganten wie IBM und Microsoft, Sony ist erst auf Platz 17.
IT-Personal will in den Westen
Auch die Zufriedenheit im Job dürfte zu wünschen übrig lassen. Eine Umfrage der Japan Overseas Enterprises Association ergab, dass nur sieben Prozent weiter für eine japanische Firma tätig sein wollten. 69 Prozent wollten als nächste Station ein westliches Unternehmen ansteuern.
Niedriglöhne keine Lösung
Kenji Kanamaru, ein Experte für japanische Firmen in China, warnt: "Es ist falsch zu denken, dass alle chinesischen Mitarbeiter für niedrigeres Gehalt arbeiten. Elitepersonal ist nicht zufrieden mit der japanischen Unternehmenskultur, die vor leistungsabhängiger Bezahlung und Gehaltssprüngen zurückschreckt."
