Bwin plant Klagewelle

Deutschland
08.04.2007

Der Online-Sportwettenanbieter bwin will die deutschen Bundesländer Bayern und Nordrhein-Westfalen auf Schadenersatz in zweistelliger Millionenhöhe klagen.

Wenn am kommenden Mittwoch die Fußballmannschaft des AC Milan im Champions-League-Rückspiel gegen Bayern München in der Münchner Allianz Arena auf den Rasen laufen wird, werden die bwin-Werbeaufschriften auf den Trikots der Italiener fehlen. Die Kreisverwaltung München will den Mailändern die Trikotwerbung des Sportwettenanbieters verbieten.

Bwin plant deshalb, eine Schadenersatzklage gegen die Behörde einzubringen, berichtet die "Welt" [Online-Ausgabe]. Bwin hätte allein bei dem international übertragenen Spiel Millionen an Werbeausgaben umsonst bezahlt, zitiert das Nachrichtenportal Jörg Wacker, den Deutschland-Chef des Wettanbieters.

Zweistelliger Millionenbetrag

Auch die Länder Nordrhein-Westfalen und Bayern will bwin klagen. Bwin plane, zeitnah mehrere Schadenersatzklagen einzubringen, sagte Wacker. Dabei gehe es insgesamt um einen zweistelligen Millionenbetrag.

Bayern hatte bwin verboten, auf den Trikots von 1860 München zu werben. Nordrhein-Westfalen untersagte bwin-Bandenwerbung bei Borussia Dortmund.

Umstrittener Glücksspielstaatsvertrag

Bwin stützt sich bei den geplanten Klagen auf eine Einschätzung der EU-Kommission. Diese hatte Ende März die deutschen Länder aufgefordert, ihr geplantes Verbot von Online-Wetten privater Anbieter zu überdenken, da es "unangemessen" sei.

Die Bundesländer hatten sich im Dezember auf einen Glücksspielstaatsvertrag geeinigt, der private Anbieter von Wetten und Glücksspiel ausschließt. Sie argumentierten, dass staatliche Anbieter effizienter gegen Spielsucht vorgehen könnten.

Nach Meinung von bwin verstößt das Verbot privater Wettanbieter hingegen gegen EU-Recht.