05.09.2003

SCHLACHT

Oracle und PeopleSoft weiter im Clinch

PeopleSoft erwartet durch die Übernahme des kleineren Konkurrenten J.D. Edwards höhere Kosteneinsparungen als bisher angenommen. Zugleich legte der Konzern neue Umsatz- und Gewinnprognosen für dieses und das kommende Jahr vor, welche die gestiegenen Erwartungen an die Einspareffekte nach der Akquisition widerspiegeln.

Konkurrent Oracle verlängerte unterdessen sein feindliches Übernahmeangebot für PeopleSoft. Wie der Konzern mitteilte, haben die Aktionäre nunmehr bis zum 17. Oktober Zeit, das Angebot im Gesamtvolumen von 7,3 Mrd. USD [6,75 Mrd. Euro] anzunehmen. Die Frist hatte zuletzt am 19. September enden sollen.

Erwartungen

PeopleSoft-Finanzchef Kevin Parker sagte am Donnerstag bei einem Treffen mit Analysten in New York, für dieses Jahr werde bei Umsätzen zwischen 2,145 Mrd. und 2,175 Mrd. USD ein Reingewinn je Aktie von 0,52 bis 0,55 USD erwartet. Von Reuters befragte Analysten hatten für 2003 im Durchschnitt einen Umsatz von 1,93 Mrd. USD erwartet.

Im kommenden Jahr sollen die Umsätze laut PeopleSoft dann auf 2,8 bis 2,9 Mrd. USD steigen. Je Aktie wird dann ein Gewinn von 0,90 bis 0,95 USD gesehen. Bisher war PeopleSoft von Gewinnen von 0,84 bis 0,92 USD pro Aktie für das kommende Jahr ausgegangen.

PeopleSoft-Chef Craig Conway äußerte sich über die Geschäftsentwicklung nach der Übernahme von Edwards höchst zufrieden: "Jede Überraschung ist eine angenehme gewesen." Analyst Lennis Koontz von Weiss, Peck & Greer sagte Reuters über die neuen Umsatz- und Gewinnerwartungen von PeopleSoft: "Ich bin positiv überrascht. Es würde mich nicht wundern, falls sie ihre eigenen Vorhersagen noch übertreffen sollten."

Stellenabbau

Um weitere Kosten nach der Akquisition von Edwards einzusparen, sollen PeopleSoft-Angaben zufolge im kommenden Jahr 750 bis 1.000 Stellen abgebaut werden.

Dadurch erhofft sich der Konzern Einsparungen in Höhe von zehn bis 15 Mio. USD. Derzeit beschäftigt das Unternehmen weltweit 12.500 Mitarbeiter.