02.09.2003

TV-KABEL

Kabelnetzbetreiber über RTR "entsetzt"

Die österreichischen Kabelnetzbetreiber sind derzeit nicht gut auf Alfred Grinschgl, Medien-Geschäftsführer der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH [RTR], zu sprechen:

Grinschgl hatte unlängst in der "Presse" laut darüber nachgedacht, die so genannten "Must carry"-Bestimmungen, die regeln, welche Programme Kabel-TV-Betreiber weiterverbreiten müssen, zu verschärfen.

In der Branche stößt das auf strikte Ablehnung, wie am Montag Rene Tritscher, Berufsgruppe Kabel-TV in der Wirtschaftskammer Österreich [WKÖ], betonte. Der Interessenverband Multimedia Austria zeigte sich am Montag in einer Aussendung gar "entsetzt".

"Mehr Österreich-Content"

Grinschgl plädierte nun dafür, "die Bestimmungen in Richtung von mehr Österreich-Content" auszuweiten, was bei den Betreibern auf Entrüstung stößt:

Grinschgls Überlegungen seien "nicht nur sachlich und juristisch verfehlt, sondern auch wirtschaftlich nicht durchdacht", so Multimedia Austria. Die Kabel-TV-Anbieter als reine "Acces Provider", sprich jene, die Zugang zum Programm zur Verfügung stellen, könnten nicht für den Content verantwortlich gemacht werden.

Ähnlich auch Tritscher: "Die derzeitigen Bestimmungen sind unserer Ansicht nach ausreichend. Eine Verschärfung des Gesetzes wäre eine deutliche wirtschaftliche Belastung für die Unternehmen. Daher muss auch klar sein: Wenn es dazu kommen würde, kann das keinesfalls kostenlos sein. Irgendwer wird dafür bezahlen müssen."