22.05.2003

MMA

Bildquelle: PD

Öffnung der Kabelnetze abgelehnt

Die heimische Telekom-Branche ist um eine Interessenvertretung reicher: Sieben heimische Kabelnetzbetreiber haben sich zur "Multimedia Austria" [MMA] zusammengeschlossen.

Ziel sei es, "die Medienvielfalt in Österreich auszubauen, transparente Rahmenbedingungen und faire Regeln für alle Marktteilnehmer zu schaffen", erklärte MMA-Präsident Günther Singer.

Die sieben TV-, Internet- und Telefonanbieter betreuen nach Eigenangaben ein Kabelnetz von 29.000 Kilometer Länge, haben 1,25 Millionen Kunden und erzielten im vergangenen Jahr einen Gesamtumsatz von 322 Mio. Euro.

Die gemeinsamen Investitionen betrugen bisher 970 Mio. Euro, in den nächsten drei Jahren sollen nochmals 170 Mio. Euro dazukommen.

Entbündelung "schwierig"

Als erste Forderungen nannte Liwest-Chef Singer eine "technologieneutrale Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf Breitband-Internet-Zugänge" und eine "adäquate Förderung der Kabelnetzbetreiber im Zuge der Digitalisierung".

Weiters sollen die Gebührenfestsetzung durch die Paritätische Lohn- und Preiskommission und die Vorgabe der auszustrahlenden TV-Sendungen fallen.

Der Forderung einiger Mitbewerber, die Kabelnetze für alternative Telekom-Anbieter zu öffnen - wie das bei ADSL der Telekom Austria der Fall ist -, können die MMA-Mitglieder nicht viel abgewinnen.

Das sei "technisch schwierig" und ein "zweifelhaftes Businessmodell", so Telekabel-Chef Thomas Hintze.

253 Klein- und Kleinstanbieter

Derzeit gibt es in Österreich laut MMA rund 260 Kabelnetzbetreiber, davon bieten laut Singer etwa 100 neben Fernsehen auch Internet an.

Diese wolle man noch als Mitglieder für die Multimedia Austria gewinnen, so der MMA-Präsident. Aber schon jetzt würden die Gründungsmitglieder 60 Prozent des heimischen Breitband-Internet-Marktes abdecken.

Die Multimedia Austria versteht sich als überparteilicher, nicht gewinnorientierter Verein, das Budget soll bei "einigen 10.000 Euro jährlich" liegen.