Aktienhöhenflug und Expansionspläne
Der in Frankfurt notierte steirische Leiterplattenhersteller AT&S baut möglicherweise ein zweites Leiterplattenwerk an seinem indischen Standort in Nanjangud [Bundesstaat Karnataka].
Die Entscheidungsgrundlagen dafür wollen Vorstandschef Willi Dörflinger und Finanzvorstand Harald Sommerer auf einer Asien-Rundreise nächste Woche sammeln, sagte Dörflinger am Donnerstag. Eine mögliche Investitionssumme wollte Dörflinger noch nicht nennen.
Die AT&S-Aktie ist ohne großes Medienecho in den vergangenen zehn Tagen um 20 Prozent gestiegen. "Wir betreiben eine offensive Kommunikationspolitik gegenüber den Investoren", meinte Dörflinger dazu. Das Interesse an AT&S sei dadurch stärker geworden. Das Papier hat zuletzt von etwa acht Euro Mitte August auf 9,63 Euro [Schlusskurs Donnerstag] zugelegt. Mitte 2000 hatte AT&S allerdings noch mit mehr als 47 Euro notiert. Mit dem Absturz der Börsen und der Krise der Telekommunikationsbranche war dann aber auch der Liebling des damaligen "Neuen Markts" steil abgestürzt - auf dem Tiefpunkt auf unter sechs Euro.
Bilanz 02/03: Rekordergebnis für AT&SErweiterung
Bereits fixiert ist unterdessen eine Erweiterungsinvestition in die bestehende Fabrik, die mit Kosten von fünf Mio. Euro die Kapazität von Nanjangud um 50 Prozent erhöhen wird. Die dort produzierten Leiterplatten sollen in der Industrie, namentlich im Autobau, Verwendung finden.
Das indische Werk ist nach früheren Angaben des Unternehmens schon heute das profitabelste im Konzern. Ein möglicher weiterer Investitionsschritt würde einen kompletten Neubau beinhalten, der dafür nötige Grund und Boden befindet sich bereits im Besitz von AT&S.
Dörflinger und Sommerer werden auch das neue AT&S-Leiterplattenwerk in Schanghai besuchen, wo derzeit die zweite Ausbaustufe hochgefahren wird. Die Auslastung der bisher installierten Kapazitäten sei hoch, "China entwickelt sich deutlich besser als erwartet", sagte Dörflinger. Im Juli sei in China operativ erstmals eine "schwarze Null" erreicht worden - dennoch halte man an der Prognose fest, dass Schanghai im laufenden Geschäftsjahr 2003/04 noch einen Verlust auf EBIT-Ebene schreiben werde. Neben Siemens und Nokia habe man inzwischen drei chinesische Kunden gewonnen. Bis Jahresende sollen es zehn sein, hat man sich bei AT&S vorgenommen.
