Medion will "Grundig" heißen
Der Elektronikgroßhändler Medion interessiert sich nach einem Bericht des Magazins "Focus-Money" für den Markennamen des insolventen Traditionsunternehmens Grundig.
Der Name sei attraktiv, weil für Markenprodukte rund 15 Prozent höhere Preise als für No-Name-Geräte verlangt werden könnten, berichtete das Magazin unter Berufung auf "Insider".
Medion, das über Discounter wie Aldi [Hofer] und Media-Markt Computer vertreibt, wolle aber nicht in die Grundig-Produktion einsteigen, sondern weiter an seinem Geschäftsmodell festhalten: Demnach kauft das Essener Unternehmen Elektronikteile und lässt diese dann meist in Asien zusammenbauen.
Halbjahr: Medion steigert Umsatz und GewinnTraditionsmarke
Nach dem Bericht liegen die Preisvorstellungen von Medion und Grundig allerdings weit auseinander. Demnach soll die Marke Grundig 70 Millionen Euro kosten. Das Traditionsunternehmen steht nach der Pleite vor der Zerschlagung. Der Insolvenzverwalter will Grundig stückweise verkaufen.
Grundig gehörte zu den bekanntesten deutschen TV- und Radioherstellern. Firmengründer Max Grundig feierte nach dem Zweiten Weltkrieg seinen ersten Erfolg mit dem Radio-Baukasten "Heinzelmann". Zu den besten Zeiten arbeiteten für den Elektronikkonzern fast 40.000 Menschen.
Medion läge mit dem Schritt im Trend: Erst unlängst hat der Spielehersteller Infogrames seinen Namen in Atari geändert und damit ein Traditionsimage "gekapert".
Atari soll als Marke wieder auferstehen
