15.08.2003

3G

"Gott, schick Handys"

Zwar ist auf der Website des österreichischen Handybetreibers One noch zu lesen, dass der Launch der dritten Mobilfunkgeneration UMTS im dritten bis vierten Quartal 2003 stattfinden wird, auf einen Termin festlegen will sich One-Vorstandsvorsitzender Jorgen Bang-Jensen nun aber nicht mehr:

"Wir starten, wenn es drei bis fünf funktionierende UMTS-Endgeräte gibt und die erzielbaren Umsätze es vernünftig erscheinen lassen", so Bang-Jensen vor Journalisten in Kopenhagen.

Das Netzwerk sei so weit fertig, die Inbetriebnahme verursache aber "nicht unbedeutende Kosten". Sobald die erreichbaren Umsätze stimmten, werde man es einschalten, erklärte der One-Chef auf die Frage, ob ein UMTS-Start noch heuer zu erwarten sei.

"Gott, schick Handys"

Das Problem ist laut Bang-Jensen kein Neues: Auch bei den Endgeräten zum GSM-Start habe es geheißen "Gott, schick Handys", kritisierte Bang-Jensen die Hersteller, um sogleich abzuschwächen:

Die Forderung, "bringt mir Geräte, die alles können und 99 Euro kosten", sei auch nicht realistisch, dafür sei die Technologie zu komplex. One werde aber jedenfalls die regulatorische Vorgabe der 25-prozentigen Netzabdeckung bis Jahresende 2003 erfüllen.

Kein Preiskrieg

Es führe allerdings kein Weg an der dritten Mobilfunkgeneration vorbei. "Die Berater haben gesagt, dass UMTS ein Business-Produkt ist. Wir sehen das nicht so", erklärte Bang-Jensen.

Auch für Dienste wie Picture oder Audio Messaging [MMS] brauche man künftig mehr Geschwindigkeit. Zwar würde ein Bild in Briefmarkengröße zur Zeit in etwa 15 Sekunden verschickt, bei größerer Auflösung - wie es künftige Endgeräte ermöglichen sollen - würde dies aber bedeutend länger dauern.

Die teuren UMTS-Handys werde One nach einem etwaigen Start nur sehr ungern subventionieren. "Wir wollen uns an einem Preiskrieg nicht beteiligen, müssen aber auf den Markt reagieren", sagte der One-Chef weiter.

Noch heuer soll zudem eine "neuartige Benutzeroberfläche für ausgewählte Handys" angeboten werden. Unter dem Projektnamen "One5" könne der User "einfacher und schneller über eine fix installierte Einstiegsseite am Mobiltelefon" von einer "zusätzlichen Anwenderfreundlichkeit" profitieren, um zum Beispiel ohne Erklärungsbedarf E-Mails zu verschicken. Zudem habe man kürzlich eine Vielzahl an Content-Verträgen abgeschlossen.