Nur an Hälfte der Windows-Abstürze schuld
Die Hälfte aller Windows-Crashes passieren auf Grund von Fehlern in der Software von Drittherstellern.
Das habe die Auswertung der gesammelten Daten des Aufzeichungstools Dr. Watson ergeben, erklärte MS-Sicherheitschef Scott Charney bei der TechEd 2003 in Australien.
Microsoft betont immer wieder, die eigenen Produkte ausführlichen Tests zu unterziehen, bevor sie auf den Markt kommen. Um Fehler im Code frühzeitig zu entdecken, werden intern verschiedene Analyseverfahren benutzt und externe Firmen mit der Fehlersuche beschäftigt.
Dr. Watson ist auf allen Windows-Systemen vorinstalliert und dient der Aufzeichnung von Crash-Informationen. Im Falle eines Programmfehlers wird das Tool automatisch aufgerufen und erstellt ein Fehlerprotokoll, das dann [optional] an MS übermittelt wird.
Dr. Watson bei MicrosoftDie Analysemethoden
Mit der so genannten "Root cause"-Analyse wird die Arbeit einzelner Entwickler überprüft. "Wenn ein Entwickler verwundbaren Code geschrieben hat, schauen wir, wo er sonst noch mitgearbeitet hat, und überprüfen das ebenfalls," so Charney.
Die "Event sequence"-Analyse soll des Weiteren die Gründe für Code-Schlampereien aufdecken. Dabei gehe es nicht darum, jeden Mitarbeiter zu feuern, der Fehler gemacht hat, sondern herauszufinden, worauf der Fehler zurückzuführen sei und wie man die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter mit Training oder effizienteren Arbeitsvorgängen verbessern könnte, erklärte Charney.
Charney mahnte aber auch Programmierer und Netzwerkadminstratoren, darauf zu achten, nur sichere Anwendungen zu entwickeln und zuverlässige Netzwerke zu errichten.
Charneys Beteuerungen in puncto Sicherheit kommen zu einer unglücklichen Zeit. Seit Montagabend treibt der Wurm "MSBlaster" im Internet sein Unwesen, der eine Sicherheitslücke in Microsoft-Software ausnutzt.
MS übernimmt Verantwortung für Virus
