06.08.2003

GELD HER

SCO verlautbart Preise für Linux-Lizenzen

Der Softwarehersteller SCO erhofft sich durch weitere Schaumschlägerei anscheinend positive Auswirkungen auf seinen Aktienkurs.

Schon allein die Behauptungen, die freie Software Linux würde gestohlenen Unix-Code verwenden, sorgte in den letzten Monaten für einen kometenhaften Kursverlauf, mit der Forderung nach Lizenzgebühren und der nunmehrigen Bekanntgabe detaillierter Preise für seine Linux-Lizenzen soll sich das wohl wiederholen und den Softwarehersteller noch weitere Zeit vor dem finanziellen Zusammenbruch retten.

Eine Lizenz für den Desktop-Betrieb soll demnach mit satten 199 USD zu Buche schlagen, für den Serverbetrieb werden gar 699 USD fällig. Die Preise gelten dabei für Systeme mit jeweils nur einer CPU.

Diese "Eröffnungsangebote" sind jedoch nur bis 15. Oktober gültig, danach sollen die Gebühren verdoppelt werden.

Rechtliche Schritte angedroht

Die Preise für die "SCO Intellectual Property License for Linux" sollen von Linux nutzenden Unternehmen eingehoben werden, nicht etwa von Hardware-Herstellern oder Distributoren.

Unternehmen und Privat-Usern, die sich nicht registrieren wollen, droht SCO-Chef Darl McBride ausdrücklich mit rechtlichen Schritten: "Wir werden mit absoluter, 100-prozentiger Sicherheit für unsere Urheberrechte kämpfen. Falls wir mit den Lizenzen nichts erreichen, werden rechtliche Maßnahmen eingeleitet."

Die angebotene Lizenz richtet sich ausschließlich auf die Verwendung der bereits kompilierten Kernel und verstößt nach Ansicht von SCO daher nicht gegen die GNU General Public License [GNU-GPL].

Kein Abkassieren in Österreich

Dem Abkassier-Versuch von SCO wird von Experten vor allem in den Europa freilich wenig Chancen eingeräumt.

Dem heimische Verein zur Förderung freier Software [FFS] liegt diesbezüglich ein Schreiben des SCO-Anwalts vor, in dem versichert wird, die hiesige SCO-Vertretung hätten mit diesen Forderungen "nichts zu tun".

"Es ist klar, das SCO sich in dieser Sache hierzulande vorerst totzustellen versucht," meint dazu Georg Jakob, Vorsitzender des FFS. "Denn noch verbietet das europäische Recht jenes Schmarotzertum, das inzwischen in den USA zum Alltag gehört."

Dies könne sich jedoch mit der am 1. September fälligen Entscheidung der EU zur Einführung von Softwarepatenten schnell ändern.