Schwindelverdacht mit Kundenzahlen
AOL Time Warner hat möglicherweise mit Hilfe umstrittener Marketingkampagnen ihre Kundenzahlen künstlich erhöht.
Die Bereinigung der Kundendateien um diese Kunden habe zu dem überraschend hohen Kundenrückgang geführt, den das Unternehmen bei Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal am Mittwoch ausgewiesen hatte, schreibt das "Wall Street Journal" heute, Freitag.
Konzernchef Richard Parsons hatte am Mittwoch angegeben, dass AOL im zweiten Quartal 846.000 Abonnenten in den USA und 52.000 in Europa verloren habe.
Die QuartalszahlenÜberhöhte Darstellungen
Seit 2000 sei die Kundenzahl überhöht dargestellt worden. AOL habe Sonderkampagnen mit verschiedenen US-Unternehmen durchgeführt. Den Partnern seien große Mengen an verbilligten AOL-Zugängen eingeräumt worden.
Es sei jedoch nicht klar, ob diese Zugänge jemals aktiviert wurden oder ob die Inhaber übnerhaupt AOL-Kunden wurden. Das WSJ verweist in seinem Bericht auf den für America Online and Time zuständigen Manager, Don Logan.
Dieser habe im Laufe der Woche signalisiert, dass der Rückgang der Abonnentenzahlen möglicherweise auch durch eine derartige Bereinigung bedingt worden sei.
