Kommission will Frequenzen neu ordnen

wireless
20.02.2007

Die EU-Kommission will die europäische Telekom-Landschaft neu ordnen. Dazu möchte sie die Verwendung der Frequenzbänder liberalisieren - und erhöht den Druck auf die nationalen Regulierungsbehörden.

Die EU-Kommission hat am Dienstag in Brüssel ihre Pläne und Vorschläge zur Neuordnung der Nutzung von Radiofrequenzen in der Union vorgestellt.

Freiheit für Frequenzen

Die Kommission teilt mit, sie wolle den Anbietern von Kommunikationsdiensten in der Union mehr Flexibilität in der Auswahl der von ihnen verwendeten Standards und Technologien bieten.

Im Rahmen der Neuordnung der Telekom-Rahmenbedingungen in der EU wird die Kommission daher das 900-MHz-Frequenzband, das derzeit noch exklusiv für GSM-Anwendungen reserviert ist, auch für UMTS öffnen. Damit folgt die Kommission Vorschlägen aus der Branche, wie dem Weißbuch "UMTS900", das die Beratungsfirma Booz Allen Hamilton im vergangenen November dem UMTS-Forum vorlegte.

Durch diese Freigabe könnten die Mobilfunkanbieter bereits bestehende Infrastruktur besser zum Aufbau von UMTS-Netzen im ländlichen Raum nützen.

UMTS 900

Durch Doppelnutzung bestehender GSM-900-Masten und -Sender könnte mobiles Breitband überall dorthin kostengünstig vordringen, wo GSM-Telefonie schon funktioniert. Auch WiMax steht als Breitband-Konkurrenztechnologie in Konkurrenz zu Diensten klassischer Mobilfunkanbieter.

EU pusht WiMAX

Die Kommission strebt weiterhin an, das 2,6 GHz-Band europaweit für UMTS und vor allem für WiMAX bereitzustellen.

Außerdem sollen die durch die Digitalisierung des Fernsehbetriebs freigewordenen Frequenzen von 470-862 MHz anderen Nutzungsarten zugeführt werden. Die Kommission denkt dabei vor allem an die Verbesserung der Verfügbarkeit drahtloser elektronischer Kommunikationsdienste im ländlichen Raum.

Druck auf nationale Regulierer erhöht

Die Frequenzen werden nach wie vor in den Mitgliedsländern reguliert. Die Kommission verstärkt aber den Druck auf die Nationalstaaten, Regulierer wie die RTR von den Interessen nationaler Provider abzunabeln und einen einheitlichen EU-Markt für Kommunikationsdienstleistungen zu schaffen.

Erst am vergangenen Freitag hielt die für Kommunikation zuständige Kommissarin Viviane Reding vor einer Versammlung von Vertretern nationaler Regulierungsbehörden [European Regulators Group] eine Rede, in der sie diese unter anderem dazu aufforderte, sich selbst abzuschaffen.