"Umfassende Information für die Schüler"
Nach Kritik an der Schulaktion "Ideen sind etwas wert" der österreichischen Musik- und Filmwirtschaft will das Bildungsministerium künftig von Interessenverbänden erstellte Unterrichtsmaterialien genauer prüfen.
Werbung für schulfremde Zwecke sei in Österreichs Schulen prinzipiell möglich, wenn sie nicht gegen Schulzwecke verstoße, sagte Ministeriumssprecher Nikolaus Pelinka gegenüber ORF.at. Das Ministerium wolle jedoch darauf achten, dass in Zukunft keine einseitigen Informationen an die Schüler herangetragen werden.
Das Bildungsministerium musste Ende Jänner eine parlamentarische Anfrage des Nationalratsabgeordneten Gerhard Steier [SPÖ] zur Schulaktion "Ideen sind etwas wert" beantworten. In der Anfrage war von "tendenziösen Informationen" und "Lobbyistenstandpunkten" die Rede.
Ende Jänner wies das Bildungsministerium in der Beantwortung der Anfrage die Kritik an der Initiative zurück.
"Von Fall zu Fall entscheiden"
Ob die Initiative "Ideen sind etwas wert" auch weiterhin vom Unterrichtsministerium unterstützt werde, konnte Pelinka nicht sagen.
In Zukunft wolle das Ministerium von Fall zu Fall entscheiden, ob von Interessenverbänden erstellte Materialien für den Unterricht empfohlen werden, sagte Pelinka: "Wir wollen umfassende Informationen für die Schüler."
"Die Bildungsmaterialien werden laufend weiterentwickelt und durch neue Inhalte ergänzt", teilte Franz Medwenitsch, Geschäftsführer des Verbandes der österreichischen Musikwirtschaft [IFPI], Ende Jänner ORF.at mit.
"Problembewusstsein schaffen"
Steier, der die Anfrage im Parlament einbrachte, sagte zu ORF.at: "Es war mir wichtig, Problembewusstsein zu schaffen." Positiv sei auch, dass das Unterrichtsministerium künftig die Unterstützung derartiger Informationsinitiativen deutlich genauer prüfen werde, sagte der Abgeordnete.
