Tauschbörsen-User kaufen mehr CDs
Tauschbörsen-Nutzer, die Songs aus dem Internet herunterladen, kaufen laut einer aktuellen Umfrage auch die passende CD im Musikhandel.
Damit widerspricht die Studie dem gängigen Argument der Vereinigung der Musikindustrie, RIAA [Recording Industry Association of America], dass die fallenden Verkaufszahlen auf das Download-Verhalten der User zurückzuführen sind.
91 Prozent der Befragten gaben zwar zu, Musik aus dem Netz herunterzuladen, 87 Prozent erklärten jedoch, sie hätten nach dem Testhören auch die ganzen Alben gekauft.
Die Umfrage der Marktforscher Music Programming bestätigte auch das Aussterben der Musik-Single. Nur 13 Prozent der 500 Befragten wählten Singles zum Kauf, nachdem sie diese aus dem Netz heruntergeladen hatten.
IFPI: Downloads killen Musik-SinglesProbe hören vor Kauf
41 Prozent der Befragten deklarierten sich selber als "starke Downloader" [mehr als 100 Lieder], 34 Prozent davon gaben jedoch an, immer noch mehr Alben als im Jahr davor gekauft zu haben.
Als Begründung für das Herunterladen von Musik gaben 75 Prozent an, einfach in Lieder "hineinhören" zu wollen, von denen sie bis dato nur den Titel kannten. Weitere 66 Prozent sehen den Download als Hilfestellung für die Kaufentscheidung.
Auf die Frage, warum sie denn die Musik noch kauften, wo sie doch bereits das MP3 davon besäßen, gaben 64 Prozent der "heavy downloaders" an, ihre Lieblingsbands gern auch auf Kaufalben für die Komplettierung ihrer CD-Sammlung zu besitzen.
User zum legalen Downloaden erziehen
Die britische Musikindustrie sieht in den Ergebnissen zwar "ein
Element der Wahrheit", will aber die User weiter dazu "erziehen",
Songs nur von legalen Musikplattformen herunterzuladen, die auch
Abgaben an die Labels zahlen.
Britische PhonoindustrieErgebnisse der fuZo-Umfrage
Mit Klagen gegen die Tauschbörsen-Nutzer laufen die Rechteinhaber somit Gefahr, ihre besten Konsumenten vor Gericht zu stellen.
Auch ein strengeres Urheberrechtsgesetz, wie seit kurzem in Österreich in Kraft, welches das Knacken von Kopierschutznahmen unter Strafe stellt und somit das Recht auf die Privatkopie auf das Kopieren mit einfacher Geschwindigkeit über die [digitalen] Aus- und Eingänge beschränkt, scheint die Konsumenten eher zu verärgern als zum legalen Kauf zu motivieren.
Laut einer futureZone-Umfrage wollen 26 Prozent der Nutzer als Reaktion auf das Umgehungsverbot von Kopierschutzmaßnahmen gar keine Original-CDs mehr erwerben.
15 Prozent wollen nur noch CDs ohne Kopierschutz kaufen, und 27 Prozent lassen sich auch durch das neue Gesetz nicht vom Ziehen der erlaubten Privatkopie abhalten. 29 Prozent würden sich nur durch wirksame technische Barrieren vom Kopieren abhalten lassen.
Nur zwei Prozent respektieren Umgehungsverbot
Nur knapp zwei Prozent der 865 abgegebenen Stimmen wollen das
Umgehungsverbot respektieren.
FuZo-Votes zum Thema "Downloaden" und "Kopierschutz umgehen"53 Prozent tauschen weiter wie bisher
Auch das Download-Verhalten der meisten österreichischen User wird sich trotz möglicher Klagen seitens der Musikindustrie nicht ändern.
Über die Hälfte [53 Prozent] der 1.572 teilnehmenden User gaben in der futureZone-Umfrage an, auch künftig weiter wie bisher zu tauschen. 13 Prozent ließ das neue Gesetz kalt, da sie ohnedies keine geschützten Werke aus dem Internet herunterladen.
Fünf Prozent wollen das Downloaden etwas einschränken, doch nur 1,5 Prozent haben ihre Peer-to-peer-Programme als Reaktion auf das neue Urheberrecht vom Rechner verbannt.
Hingegen beschlossen 19 Prozent, noch mehr als vorher herunterzuladen.
